Against Me!, Foto: Jens Becker

Against Me live in Düsseldorf 2011

„Das beste, was die meisten Leute zu sagen haben, steht in ihren Song-Texten“, sagte Joey Cape von Lagwagon mal im Interview. Tom Gabel scheint sich das sehr zu Herzen genommen zu haben: In ihren Songs machen Against Me klare Ansagen – im Gegensatz zum Konzert im Zakk.

Zakk, Düsseldorf // 06.11.2011, Support: Crazy Arm

„Thank You, Düsseldorf“, waren die ersten Worte aus Gabels Mund, die nicht gesungen waren – und sie waren der Abschied nach dem regulären Set. Vorher ging’s einfach nur Schlag auf Schlag: Against Me ließen ihre Songs meistens nicht einmal ausklingen, bevor Drummer Jay Weinberg anzählte – kein Gerede, nur die Tat. Und die Gainesville-Punkrocker wirkten dabei nicht annähernd wie unsympathische Flegel, die einfach ihr Set runterprügeln. Tom Gabel orientiert sich in Sachen Bühnenperformance ein Stück weit am unerreichten Chuck Ragan. In der Ausstrahlung wirkt er wie die Punk-Version eines gut gelaunten Brian Fallon. Und das Publikum im ordentlich gefüllten Zakk honorierte das Programm auch mit Männer- und Frauenchören, gereckten Fäusten und seligem Grinsen.

Für die Zugabe waren auf der Setlist drei Songs vermerkt. Nach kurzer Absprache mit seinen Bandkollegen machte Gabel mal eben fünf draus. Ihren inhaltlichen Widerspruch haben Against Me auch aufgegeben: „Baby, I’m An Anarchist“ fällt mittlerweile aus. Nach rund 80 Minuten Pausenlos-Punkrock kann man einfach nur die Band selbst zitieren: This Shit Rules!

Als Support eröffneten Three Chord Society gefolgt von Crazy Arm, die hier im Zakk auch schon Frank Turner supporteten. Die Band um Sänger Darren Johns spielte sich – allesamt in schwarze Jeans und schwarze Hemden gekleidet – durch ihre beiden Alben, in „Song Of Choice“, einem Cover von Peggy Seeger, unter anderem auch begleitet von einer Geige. Auch wenn Darren Johns sich die Seele aus dem Leib spielte, bis sein Hemd klatschnass an selbigem hing, ging der Applaus nur selten über „höflich“ bis „vorsichtig begeistert“ hinaus. Dennoch sind die Briten eine Band, deren Alben und Auftritte einiges mehr an Aufmerksamkeit verdient hätten.

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