ALL THAT SIGNALS

 

All That Remains, Misery Signals, Textures live in der Matrix, Bochum // 31. März 2007

 

Jigsaw schickt mit All That Remains die musikalische Variante seines kranken Gedankenguts aus, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Als treuer Begleiter mit über den großen See gekommen sind: Misery Signals aus Madison, Wisconsin.

Die große Vorfreude ist anfangs nicht nur vor der Bühne spüren, sondern auch hinten bei den Bands. „Das heute ist die Show mit den meisten VVK-Tickets – 400 Stück“, erzählt Kyle Johnson von Misery Signals. Das Headliner-Double hat sich zum Aufwärmen noch zwei europäische Bands mit ins Boot geholt. Als erstes schreiten die Schweden von Gadget zur Tat. Das brummende Grindcore-Getöse imponiert aber nur vereinzelten, treu Alkohol konsumierenden Headbangern. Textures aus Tilburg, Niederlande, müssen dann das Versagen ihrer Vorgänger kompensieren. Sänger Eric Karlsbeek schreit sich dazu die Kehle wund, lässt hier und da auch mal seine cleanen Vocals erklingen, während der Gitarrenzweier ordentlich Metal-Riff-Dampf ablässt. Bass und Bass-Drum unterlegen das ganze mit kontinuierlich bedrohlicher Tiefe. Das Publikum rückt näher und beginnt, vereinzelt mitzugrölen.

Beachtung gilt dem Publikum auch wegen der unglaublichen Typenvielfalt. Ein Bastard aus allem hätte: pinky Vans Slip-Ons, schwarzes Kleid mit weißen Punkten an, welches ein riesiges Shattered Realm-Logo zieren würde, während die weiße Mashcap auf dem Kopf die Metaller-Matte verdeckt. Das Licht geht aus.

Eine angeschlagene Gitarrensaite hallt mit dem unvergleichbar verzerrten Effekt von „A Victim, A Target“ in die Tube der Matrix. Fünf Gestalten betreten im Dunkeln die Bühne. Die Drums setzten ein, dann die ganze Saitenfraktion. Wie ein wütender Löwe schreitet Sänger Karl Schubach vor das Publikum und beginnt loszubrüllen. Grandioser Auftakt(!), dem ein relativ kurzes, aber energisches Misery Signals-Set folgt. Höhepunkt „The Failsafe“ von aktuellen Album „Mirrors“. Die Meute ist zu dem Zeitpunkt definitiv warm.

All That Remains brachten die nun dicht besetzte Matrix schließlich zum überlaufen. Bei der Vielzahl der Stagediver hatte man fast den Eindruck, dass man zum Luft schnappen fliegen gehen müsse. Trotz der Enge schaffte es Philip Labonte schließlich, doch einen großen Circle-Pit zum großartigen „The Air That I Breath“ zu starten. Double-Bass, Gitarrensoli und letztendlich das treibende „The Calling“ rundeten den Auftritt ab. Ob allerdings eine auffällig hohe Konzertbesucherinnenrate, der Musik oder den freiliegenden Nippelpiercings Labontes zu verdanken ist, sein dahingestellt.

 

 

Text und Fotos: Mathias Schumacher