![]() |
|
AMERICAN JESUS STRIKES LAST
Bad Religion live im Capitol, Hannvoer // 3. Juni 2004
Sind Bad Religion mittlerweile alt geworden? Um die 2000 Leute hatten im Capitol in Hannover die Möglichkeit zu überprüfen, wie fit die Herren Graffin, Bentley und Co denn noch sind.
Ob es ein Zeichen von einsetzender Demenz war, dass Greg Graffin beim Opener „Fuck Armageddon...This is Hell“ die zweite Strophe vergaß, sei dahin gestellt. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass der Song ja auch schon einige Jahre auf dem Puckel hat. Den Leuten war es egal und so herrschte vom ersten bis zum 27. Lied vor der Bühne ein gepflegter Pogo. Auch wenn die Band schon nach dem vierten Lied mit den ersten Wortspielen zum Thema „Hannover – Hangover“ ansetzte, brauchte man doch zu keinem Zeitpunkt befürchten, dass sie schlapp machen würde. Auch als Greg Graffin nach rund 40 Minuten den Titeltrack vom neuen Album „The Empire strikes first“ als vorletzten Song ankündigte, war das im Grunde kein Grund zur Sorge. Dafür war seine Ausrede, „wir haben nicht mehr Songs“, definitiv nicht überzeugend genug.
Statt dessen rockten Bad Religion locker weiter. Basser Jay Bentley meterte verschwitzt die Bühne auf und ab. Gitarrist und Ex-Lockenkopf Greg Hetson hüpfte wie ein Flummi und Frontmann Greg Graffin ließ es sich nicht nehmen, Songs wie „recipe for hate“ der Bush-Administration zu widmen. Die Tatsache, dass Mr. Brett Gurewitz nicht mit dabei war störte kaum. In erster Linie ist der Mitbegründer ja für’s Songwriting und den Background-Gesang wichtig. Letzteren konnte man aber eh nur kaum hören.
Nach einer Stunde und zehn Minuten für 24 Songs – eine lange Zeit für die Männer „im besten Alter“ – gingen Bad Religion von der Bühne. Als Greg Graffin nach eindringlichen Zugabenrufen wieder auftauchte mit dem Kommentar, „wir müssen los, sonst verpassen wir unseren Bus“, musste ihn Brian Baker auch nur kurz festhalten und es war wohl ein Leichtes, ihn für drei Songs zu überreden.
Eine Band, die seit 24 Jahren existiert, mit Brian Baker (Minor Threat, Dag Nasty), Greg Hetson (Circle Jerks) zwei Legenden beheimatet und nach Hunderten von Songs selber eine Legende darstellt, muss man einfach (mindestens) einmal gesehen haben. Und zu solchen Shows kann man nur sagen: Immer wieder gerne!
-
Tracklist:
- Fuck Armageddon...This is Hell
- Supersonic
- No Control
- Kyoto Now!
- Sinister Rouge
- Los Angeles is burning
- Man with a mission
- Anesthesia
- Recipe for Hate
- The Defense
- I want to conquer the World
- Epiphany
- The Empire strikes first
- Prove it
- Can’t stop it
- Atomic Garden
- God’s Love
- Do what you want
- You
- Infected
- Generator
- We’re only gonna die
- Sorrow
- 21st Century Digital Boy Zugabe:
- Along the way
- Punk Rock Song
- American Jesus
- Bad Religion . New Maps Of Hell
- Galerie: Bad Religion live in Köln // 18. August 2005
- Bad Religion live in Köln // 18. August 2005
- Interview mit Bad Religion in Köln // 18. August 2005
- Bad Religion - The Empire Strikes First
- Bad Religion live im Capitol, Hannover // 3. Juni 2004






