FATHER BENEDIKT CAN YOU HEAR ME

 

Bad Religion in der Live Music Hall, Köln // 18. August 2006

 

Angemessen zum Weltjugendtag gekleidet kam Greg Graffin auf die Bühne: Kappe, Kölner Stadtplan und um den Hals ein Bild von Benedikt XVI. hängen! Schließlich waren ein Papst und Bad Religion zum aller ersten Mal zur gleichen Zeit in der selben Stadt. Mit „Sinister Rouge“ und „21st Century Digital Boy“ direkt als zweiten Song legte die kalifornische Punkrock-Institution gut los. Graffin hatte sofort seine Pilger-Utensilien ins Publikum geschmissen, Bassist Jay Bentley sprang gut gelaunt im dunkelgrünen Schottenrock, Benedikt-Shirt und wehender Mähne über die Bühne. Die erste kurze Pause nutzte der Sänger, der ja „nebenbei“ einen Doktortitel in Biologie hat, um dem Papst ein paar Worte zu widmen. Natürlich habe die Band ihn eingeladen und eventuell wolle Benedikt auch noch vorbei schauen.

"Sorrow“ mit der Anfangszeile „Father can you hear me“ fand natürlich die passende Widmung bei der zentralen Person des Abends – die natürlich nicht anwesend war und auch nicht zur Aftershow-Party erschien. Songs von der „No Substance“ ersparten Bad Religion der rappelvollen und brüllend heißen Live Music Hall, statt dessen bildete sich zu „Flat Earth Society“, „Kerosene“ oder „Let them eat War“ ein heftig schwitzender Mob. „Generator“ kam bis zum ersten Refrain wieder mit angezogener Handbremse, aber leider nicht für die Fans zum Mitsingen daher, wie es die Kalifornier schon einige Male live zelebrierten und den Leuten den Gesang komplett überließen. Mit dem frühen Klassiker „Fuck Armageddon, this is hell“ verabschiedeten sich Bad Religion nach 75 Minuten, um dann noch eine Zugabe in Form von „Infected“, „Punkrock Song“ und zum Abschluss „American Jesus“ nachzulegen. Was bleibt zu sagen? Keine neuen Songs, aber mal wieder eine großartige Show!

 

 

Text und Foto: Jens Becker