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SAUSAGE-PARTY MIT STIERNACKEN
Danko Jones, Brant Bjork und Quit Your Dayjob live in der Zeche, Bochum // 28. März 2006
In der Zeche herrschte fast noch gähnende Leere – kein Wunder, schließlich war es ja auch später Nachmittag, auf jeden Fall keine Zeit, um zu einem Konzert zu gehen. Quit your Dayjob störte das wenig. Das schrullige Trio kam als erstes auf die Bühne, spielte „eine Art Song“. Dann rannte Marcass, der den Synthie bedient, zwischen die paar Leute, klatschte laut, jubelte und hüpfte wieder auf die Bühne. „Er hat euch gezeigt, wie ihr euch verhalten sollt“, erklärte Sänger Jonass. Alles klar. Insgesamt lieferten QYD einen sehr schrägen Auftritt. Marcass vollführte Aerobic-Übungen in Zeitlupe, vermengt mit Gesichtsakrobatik. Jonass schrammelte sich mit kollabierenden Gesichtszügen einen zurecht, und der Drumass genannte Trommler wirkte eh wie aus der Muppet Show entführt.
Nach dem schrägen Schweden-Trio werden die Leute in der mittlerweile gut gefüllten Zeche danach in das hippie-eske Wüsten-Eiland von Brant Bjork und seinen profilneurotischen Mitstreitern geworfen. Als „Mischung aus Carlos Santana für Arme und Jimi Hendrix für Rechtshänder“ tituliert ein anwesender Fotograf die Gitarristen. Dass der gute Mann unter anderem bei Kyuss, Fu Manchu und den Desert Sessions mit Josh Homme beteiligt war, hatte ja nichts mit dem optischen Eindruck zu tun. Entsprechend wüstentrocken kam Brant Björk rüber. Sein Drummer kam zwar auf Krücken rein. Dem schmerzverzerrten Gesichtsausdruck nach hatte er aber nicht nur eine Fußverletzung, er lud das Leiden der gesamten Menschheit auf sich.
Abschließend: der Entertainer mit dem Stiernacken. Kaum war er auf der Bühne, ging’s davor ordentlich ab. Bis Danko Jones die Leute ermahnte, es doch bitte etwas lockerer gehen zu lassen. Sonst würden die Mädels abhauen und das will ja keiner. Sonst würd’s eine „Sausage Party“ werden. Wurde es natürlich nicht. Dafür war die ausverkaufte Zeche viel zu voll, Danko viel zu gut gelaunt (von der Abgeschlafftheit beim Interview war nichts mehr zu sehen). So spielte er sich durch seine Songs – von „Sticky situation“ oder „She’s drugs“ vom neuen Album bis zu älteren, wobei er auch einige Klassiker wegließ – meistens zugunsten von ein paar netten Anekdoten.
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