BEEINDRUCKENDE VISITENKARTE

 

Deftones live im E-Werk, Köln // 16. Oktober 2006

 

O2 Can Do - Das ist bekannt und deren momentane Strategie, mit Musik zu werben hat den Vorteil, dass das Mobilfunkunternehmen uns in unregelmäßigen Abständen unter dem Namen O2 Music Flash- Konzerte bekannter Acts für lau präsentiert. So spielten vor kurzem My Chemical Romance in Berlin und Deftones im Kölner E-Werk.

MENSCH! DIE DEFTONES! Scheiße, wie geil! Und das bevor das neue Album „Saturday Night Wrist“ erscheint. Hände reiben und rechtzeitig zum Kölner E-Werk hieß es.
Einlass 20Uhr und eine schier endlose Schlange von Leuten standen entlang der Schanzenstrasse. Doch es ging recht fix, und ehe man sich versah, war man auch schon in der Halle. Man musste sich bis 21.30Uhr gedulden, bevor das Licht ausging und Chi Cheng die Bühne unter tosendem Applaus betrat. Mit der Gitarre bewaffnet kam auch Chino Moreno auf die Bühne und sah gegenüber den aktuellen Promo-Fotos um etliche Kilo schlechter aus. Die Krise während der Aufnahmen zum neuen Album schien dahin und die Abspeckkur hat gewirkt. Entsprechend fidel ging es dann bei den weiteren Songs los. Ohne Gitarre in der Hand stand er auf seinem Podest und gab die alten Klassiker wie „Passenger“, “Be quiet and drive (Far away)” oder “My own summer (Shove it)” zum Besten. Die Songs haben an ihre Faszination nichts verloren, und das Publikum dankte es mit viel Bewegung und viel Applaus. „Dieser Song ist denjenigen gewidmet, die uns von Anfang an kennen und unterstützen“, so Chino. Es folgte „Roots“ und die Menge tobte. Welch Hammer-Song!
Die neuen Songs, wie die aktuelle Single „Beware“, wie auch „Rapture“ und „Hole In The Earth“ landen Volltreffer. Deftones haben es verstanden, durch ihren eigenen und typischen Sound wieder eine Atmosphäre zu schaffen, die keine zweite Band so hinkriegt. Hart zu klingen, dabei seine Sensibilität und Zerbrechlichkeit nicht außen vor zu lassen. Dazu präsentieren Deftones ein recht dunkles Bühnenbild, was die Atmosphäre ihrer Songs entsprechend unterstütze. Mit den neuen Songs überspringen sie ihr letztes Album „Deftones“ und machen eigentlich da weiter, wo sie mit „White Pony“ aufgehört haben. Ob man das so sagen kann? Ja, weil „Deftones“ zu viele Schwächen hatte, die man auf „Saturday night wrist“ nicht findet.
Die Zeit verging wirklich wie im Fluge und um kurz vor 23Uhr fragte Chino das Publikum: „Was wollt ihr hören?“ Es folgten etliche Rufe, die „Back to school“ forderten, doch Bassist Chi meinte, dass er aus der Menge vor ihm nur „7 Fucking Words“ verstehen würde. So war es dann auch und Deftones verabschiedeten sich mit „7 words“. Deftones haben an diesem Abend eine beeindruckende Visitenkarte hinterlegt! Großartig.

 

 

Text und Foto: Markus Tils