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DREAM THEATER

 

GREATEST HIT

[ATLANTIC RECORDS]

 

Als ich von der Veröffentlichung einer CD mit den größten Charterfolgen
der New Yorker Prog-Metaller Dream Theater hörte, dachte ich so bei mir:
"Die hatten doch nur einen, aber der ist wahrscheinlich so lang, dass
ohnehin nur einer auf die CD passt." Und damit sollte ich gar nicht mal
so falsch liegen. Erstens heißt die Platte tatsächlich "Greatest Hit"
und trägt den Untertitel "... and 21 other pretty cool songs", und
zweitens musste wegen der Genre-typischen Überlängen gleich mal ne
Doppel-CD draus gemacht werden. Um die Selbstverarsche auf die Spitze zu
treiben, packte das Quintett ihren einzigen Radio-Hit - "Pull me under" vom '92er "Images and Words"-Album - in einer überarbeiteten Version gleich als ersten Song auf die Scheibe und stellt diesen Treffer auf dem Cover auch noch als Vogelschiss dar.

Humor haben sie also, die Frickelmeister aus Ami-Land, aber trotzdem
habe ich ein Problem mit dem Traumtheater, und das Problem heißt James
LaBrie. Wie der Name schon sagt, ist sein Gesang totaler Käse. (Ich
weiß, das gibt 'nen Euro für die redaktionelle Kalauer-Kasse, aber das
war es mir wert - Anm. d. Verf.) So fantastisch die anderen Musiker auch
sein mögen, so ausgefeilt die Songs auch sind - sobald LaBrie
losschmettert, bauen sich vor meinem geistigen Auge Spandexhosen,
toupierte Haare, Flying-V-Gitarren und der ganze Klischee-Horror des
80er-Jahre-Metals auf.

Zehntausende verträumte Musik-Nerds werden vermutlich meinen Namen
verfluchen, aber mit diesem Quälgeist am Mikro ertrag ich die Musik
einfach nicht. Dankbarerweise wartet die Band immer wieder mit
ausgedehnten Instrumentalparts auf, bei denen vor allem der
Schlagzeug-Wahnsinnige Mike Portnoy zeigen kann, was andere Drummer
nicht mal im Traum versuchen würden.

Neben einigen neu gemischten Songs vom bereits erwähnten "Images and
Words"-Album gibt es diverse Single Edits, Alternativ-Versionen und rare
B-Seiten, nach denen sich das Fan-Volk die Finger lecken dürfte.
Aufgeteilt ist das Album übrigens in zwei Discs: The Dark Side bietet
härte Metal-Songs und auf The Light Side finden sich die melodischeren
Stücke.

Für DT-Neulinge dürfte es das ideale Album sein um einzusteigen - für
mich war es ein vergeblicher neuer Anlauf, mich mit den New Yorkern
anzufreunden. Ich ertrag den Gesang einfach nicht - und bleibe beim Thema Prog lieber bei Porcupine Tree.

 

 

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Verfasser: Jens Büttner

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