IST ES VERBOTEN? SCHEISSEGAL!

 

EL*KE im FZW, Dortmund // 6. August 2005

 

„Die sollen ja der totale Hammer sein“ – „Die einen sagen, die wären richtig gut, die anderen finden die richtig kacke“ – die Meinungen über EL*KE gingen im Dortmunder FZW vor der Show reichlich auseinander. Sicherlich waren auch nach dem Konzert einige Leute nicht wirklich angetan von der Musik der Wahl-Berliner, aber eins darf man ihnen nicht vorwerfen: dass sie nicht gerockt hätten wie Schwein. Vom Opener „Was machen wir bloß?“ an sprang vor der Bühne ein kleiner Mädels-Fan-Club herum, während Sänger Peter in seinem obligatorischen weißen Unterhemd zunehmend der Schweiß herunterlief. Das frühe Doppelpack der beiden Singles „Adrenalin“ und „Dach“ war ein erster Höhepunkt, nach dem der schick sonnenbebrillte Mücke zunächst ein paar seltsam artikulierte Laute und schließlich „Ihr macht euch kein Bild, wie heiß das hier oben ist“ hervorbrachte.

Nach der Akustikgitarrennummer „Bring mich ans Meer“ tauschten Peter und Mücke bei „Scheißkerl“ abermals Bass und Gitarre – diesmal mitten im Song – so dass Mücke mit staksigen Schritten über die Bühne holpernd sein Solo zelebrieren konnte. Bei „Elke sein“, das Hubis Oma gewidmet ist, die auch per Bild das Schlagzeug und die Single „Adrenalin“ ziert, verhaspelten sich Elke zwar etwas im Text, der Fauxpas fiel aber kaum auf. Als die Berliner schließlich mit dem Titeltrack ihres Debüt-Albums „Wilder Westen“ nach gut einer Stunde endeten (veranschlagt waren angeblich höchstens 45 Minuten, aber egal), war das FZW immer noch sehr gut gefüllt. Scheinbar hatte das Trio genügend Fans, teilweise neu dazu gewonnen, denn die meisten blieben wohl kaum in der Halle, nur um auf die anschließend auftretenden Madsen zu warten.

 

 

Text: Jens Becker