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SEXUALKUNDEUNTERRICHT FÜR DEN SOCKENLOSEN OSTERHASEN
Enter Shikari im Prime Club, Köln// 10.04.2007
Eingespielte Housebeats gegen kurz vor zehn kündigen Großes im kleinen, dicht bevölkerten Kölner Prime Club an, nämlich Enter Shikari. Eine dunkle Gestalt mit Kapuze betritt im Dunkeln die Bühne. Ein kurzer Blick mit blau blinkenden Augen gen Publikum. Dann dreht Sänger Rou den Party-Regler des Synthesizers voll auf und die anderen drei Shikaris entern die Bühne und mit die ersten Tönen von „Mothership“ direkt die Herzen der Zuschauer.
Teilte man Anfang des Jahres noch die größten Bühnen der Republik mit Alexisonfire und Billy Talent, begann gerade der furiose Auftakt der ersten Headlinertour durch die kleinen Clubs des Landes. Wer allerdings glaube, dass „Scootercore“ nur auf den großen Bühnen funktionieren würde, der irrte gewaltig. Im Gegenteil: Enter Shikari schienen es zu genießen, ihre eigene Show abziehen zu können. Stroboblitze und so genannte „Fingerliter“ (Ringe mit blauem Blinklichtaufsatz vom Merchandisestand) gaben dem Konzert das eigene originelle Flair, passend zur Musik.
Die Kids vor der Bühne völlig flippten aus. Stagediver mussten Angst haben, gegen die Decke gedrückt zu werden und die Security irrte völlig überfordert auf der Bühne herum um Leute wieder von der Bühne zu drücken. Selbst der Osterhase und ein Küken verirrten sich in den moshenden Mob. Die Mentalität vor der Bühne ist passender nicht zu beschreiben: „Anything Can Happen In The Next Half Hour“. Extase vom ersten bis zum letzten Ton.
Die Anekdote des Abends war die Erläuterung zum Song „Jonny Sniper“. Der Band-eigene Übersetzer erzählt: „Jonny ist kein Mensch, sondern die Cartoon-Figur, die den Jungs in der Grundschule Sex erklärt hat.“ Schreihals Rou ergänzt: „Falls ihr also mal kein Kondom dabei habt, immer dran denken, auf dem nächstbesten Hochhaus sitzt Jonny mit seiner Sniper Rifle und schickt euch das Dingen genau auf den…“ Interessante Erziehungsmethoden habt ihr Briten!
Über eine Stunde ging das Spektakel. Der Mann hinter den Soundreglern leistete großartige Arbeit, Gitarrist Rory überzeugte auch live mit klarem Gesang, während Shouter Rou sich die Seele aus dem zierlichen Leib schrie. Zum Schluss sorgte „Sorry You're Not A Winner“ noch einmal dafür, dass sich die Kräfte vor der Bühne noch einmal zum finalen Tanz und kollektiven Händeklatschen zusammen fanden um den Abend mit einem Paukenschlag zu beenden. Als Verlierer verließ allerdings keinen den Prime Club. Außer vielleicht der arme Kerl, der mir ohne Schuhe und Socken entgegen kam. Der nahm es aber mit Fassung und marschierte so einem breiten Grinsen auf dem Gesicht Richtung Ausgang.
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