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ESCAPADO
INITIALE
[GRAND HOTEL VAN CLEEF]
Zunächst knüpfen Escapado mit ihrem Zweitwerk „Initiale“ exakt da an, wo sie beim Vorgänger „Hinter den Spiegeln“ aufgehört haben. Weiterhin vorhandene Wut trifft auf Melodie, Catchy-Screamo ist das Ergebnis. Damit haben sich die Flensburger in der Vergangenheit viele Freunde vom Nordseestrand bis zum Bodensee gemacht und gleichzeitig eine Reihe böser Kommentare zu hören bekommen. Auch in einer selbsternannten Anti-Engstirnigkeit-Szene ist nicht alles immer Gold, was ganz oben auf dem Siegerpodest steht. Dass im Umfeld der Band die Klischees von nicht-schwarzgefärbten Haaren und fehlenden Tattoos aufgenommen werden, um Escapado in eine Kontra-Position zu installieren, macht das Ganze leider nicht viel besser. Es sollte es doch weniger um Szenekonformitäten, denn mehr um die Musik gehen. Die hat es allemal in sich. Wer nach dem einchecken im Grand Hotel mit gedrückten Weichspülerknopf gerechnet hat, sieht sich getäuscht. „Initiale“ braucht eine gewisse Anlaufzeit, um sich zu entfalten. Das gilt besonders für die zweite Hälfte der zehn Songs. Aber wer den Bad Boys mit dem Nice-Guys-Image eine Chance gibt, wird das Potenzial Escapados spätestens beim Neun-Minuten-Rausschmeißer „Ausgeblendet“ erkennen. Ansonsten gilt es Stereotypen in den Mülleimer zu verfrachten, „Loser Of The Year Award“ von Boysetsfire zu hören und danach vielleicht zu erkennen, warum Escapado so sind, wie sie sind.






