EIERTRETEN UND CIRCLE PIT FÜR ANFÄNGER

 

Fal Out Boy live im E-Werk, Köln // 27. März 2007

 

Fall Out Boy sind ein Phänomen. Mit ihrem aktuellen Album „Infinity on High“ schafften sie Platz 1 der US-Charts und hierzulande den Sprung auf Platz 25. Dabei setzen die Jungs auf eine sehr poppige Interpretation der musikalischen Klangwelt des Emocores. Gerade das scheint wohl sehr angesagt zu sein, und es verwunderte kaum, dass das Kölner E-Werk rappelvoll war. Schon mittags saßen die ersten, meist jungen und weiblichen Fans, vor der Location und warteten auf den Einlass. Als dieser erfolgte, staunten sie nicht schlecht über eine zweistöckige Bühne. Die Vorband, Pinboys aus Dänemark machten mit einer ordentlichen Show den Weg frei für Fall Out Boy.

Um 21.10Uhr war es dann soweit: Patrick Stump, Pete Wentz, Joe Trohman und Andy Hurley klatschten sich am Schlagzeug noch mal gegenseitig ab und wünschten sich viel Erfolg. „Sugar, We're Goin Down“ vom Album „From Under the Cork Tree“ erklang recht früh und Pete Wentz und Joe Trohman zeigten sich extrem aktiv auf der Bühne. Von links nach rechts, mal übers Podest, mal einfach wälzend auf dem Boden, die Zwei waren ständig unterwegs. Dagegen war Sänger Patrick Stump der ruhende Pol in der Mitte.

Die Ansagen machte selbstverständlich der Chef selbst, sprich Bassist Pete Wentz. Er wirkte schüchtern, wusste aber genau wie man die Herzen der weiblichen Fans gewinnen konnte. Ein Wimpernaufschlag und „Issssssssch liiiiiiiebe Deeeutschläääänd“ genügte und die Mädels kreischten. Doch so recht wollte der Funke nicht überspringen. Zu glatt wurde die Show runtergespult und es konnten keine nennenswerten Aspekte an diesem Abend gesetzt werden. Nach einer Dreiviertelstunde ging es dann von der Bühne. Es folgte ein Unterhaltungsteil der Crewmitglieder, der dümmer nicht hätte sein können. Man holte einige Zuschauer auf die Bühne, die einem Crewmitglied in die Eier treten sollten. Wer denkt sich so was aus? Wo soll das lustig sein?

Lustig hingegen wurde es erst, als Peter Wentz im Zugabenteil zum Circle Pit aufrief und keiner wusste, was zu tun war. Aber Pete konnte mit einem eigens mitgebrachten „Circle Pit-Starter“ aushelfen. Sein Kumpel A.J. ging ins Publikum und versuchte, inmitten der Leute den Circle Pit aufzubauen. Irgendwie ging dies alles in die Hose, sah aber lustig aus. Mit der Darbietung der aktuellen Single „This Ain't a Scene, It's an Arms Race“, konnte Fall Out Boy am Ende noch einmal punkten. Mit „Dance Dance“ ging dann ein mittelprächtiges, etwas schnörkelloses und teilweise fades Konzert zu Ende…

 

 

Text: Markus Tils
Foto: Jens Becker