METALCORE-DIY: DRUM IT YOURSELF

 

From Autumn To Ashes live im Underground, Köln // 30. Januar 2008

 

Die Entschuldigung “Ich hab mir den Fuß gebrochen” ist für einen Drummer sicherlich glaubwürdiger als der „Die Katze hat meine Hausaufgaben gefressen“-Klassiker in der Schule. Doch wo andere Bands schon bei leichten Erkältungen einen Rückzieher machen, zogen From Autumn To Ashes die anstehenden Konzerte durch.

 

Für die Show im pickepackevollen Underground hatte sich das Long-Island-Quintett Verstärkung in Form eines schottischen Kollegen gesichert, der sich hinters Schlagzeug setzte. Herrschten bei den beiden Vorbands noch Rumstehen im Gedränge und Kopfnicken vor, kam bei den ersten Tönen der Metalcoreler fleißig Bewegung in die Menge. Frontmann Francis Mark suchte den unmittelbaren Kontakt zu den Fans und performte den Großteil der ersten Songs ins Publikum gelehnt, klatschte jede hochgereckte Hand gut gelaunt ab und feierte an vorderster Front. Auch der Ersatzmann an den Drums, der sich die Songs innerhalb von drei Tagen angeeignet hatte, spielte sich nach anfänglichen Unsicherheiten warm und drosch gepflegt auf sein Werkzeug ein.

Nach fünf bis sechs Songs, die von der Crowd mit Moshpit und ordentlich Gebrüll begleitet wurden, entledigte sich der bunt tätowierte Frontmann seines durchnässten Longsleeves und betrieb Metalcore-Multitasking, indem er für die nächsten zwanzig Minuten selbst hinter der Schießbude Platz nahm, schließlich war er erst für das letzte FATA-Album von den Drums an den Gesang gewechselt. Für das abschließende „After Dinner Payback“ kehrte Francis Mark an die Bühnenfront zurück und ein gemeinsam geshoutetes „my reason to bleed“ klang aus dem Underground. Für die lautstark geforderte Zugabe musste die Band erstmal überlegen, was man denn noch im Repertoire habe, und wählte mit dem ausufernden „Short Stories With Tragic Endings“ ein würdiges Ende.

Den Umständen entsprechend war das eine ordentliche Show im Underground. Auch wenn die Spielzeit mit gerade mal 55 Minuten inklusive kurzem Backline-Ausfall doch arg kurz ausfiel. Aber will man erwarten, dass der Ersatz an den Drums das Set komplett lernt und fehlerfrei lernt? Und auch die Doppelbelastung von Drums und Gesang hätte Francis Mark nicht viel länger ausgehalten – die Stimme des zum Sänger umfunktionierten Schlagzeugers ist live eh noch nicht der wahre Metalcore-Hammer, seine Performance dafür mehr als ordentlich. Das moshfreudige Publikum kam voll auf seine Kosten, auf Windmühlen und Roundhouse-Kicks wurde aufgrund von Platzmangel dankenswerterweise verzichtet.

 

 

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