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WALISER DIALEKT UND DER HANG ZUR MELODIE
Interview mit Funeral For A Friend im Palladium, Köln // 20. November 2005
Nein! Funeral For A Friend haben sich nicht etwa nach einem Song von Eltern John benannt, sondern nach einem Song der Ami-Hardcore Band Planes Mistaken For Stars. Noch immer werden sie darauf angesprochen und es scheint ein unermüdlicher Kampf zu sein, sich gegen diese Verwechslung zu wehren. Nach dem die Waliser 2003 ihr grandioses Debüt „Casually Dressed AndDeep In Conversation“ raus brachten, gab es kein Halten mehr bei Fans und Presse! Weltweit und ununterbrochen waren sie auf Tour, u.a. auch mit Iron Maiden, dessen Frontmann Bruce Dickinson ein großer Förderer der Band ist. In Köln saßenuns Drummer Ryan Richards und Gitarrist Darren Smith zu einem Talkgegenüber. In angenehmer Tourbus- Atmosphäre ging es dann auch los ...
GETADDICTED: Hallo, wie gehts Euch?Ryan: Danke gut und Euch?
GETADDICTED: Danke, auch gut! Wie läuft die Tour?
Ryan: Sehr gut, leider ist heute schon der letzte Tag!
GETADDICTED: Ist irgendetwas Besonderes geplant für heute Abend?
Darren: Ja, drei verschiedene Bassisten.
GETADDICTED: Oh, wieso das?
Darren: Wir haben das die letzten drei Shows auch schon gemacht. Gareth, unser Bassist, musste zurück nach Hause fliegen, weil es einen Krankheitsfall in seiner Familie gab. Also haben wir drei Bassisten von den anderen Bands, die jeder zwei Songs spielen. Wir haben Jeph von THE USED, Keith von BLEED THE DREAM und Adam von STORY OF THE YEAR. Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes.
GETADDICTED: Und wann spielt ihr heute?
Darren: Wir spielen nach DAYS IN GRIEF, sie sind gut, haben wir schon gesehen. Sie spielen auf der kleinen Bühne, danach spielen wir dann. Es ändert sich jeden Abend, THE USED spielen am Schluss und vorher noch KILLSWITCH ENGAGE, der Rest tauscht ab und zu.
GETADDICTED: Also gibt es zwei Bühnen heute Abend?
Darren: Ja, eine kleinere, auf der Acts auftreten, während auf der großen Bühne umgebaut wird.
GETADDICTED: Ähnlich wie bei der Warped Tour also?
Darren: Ja genau, ich denke es ist eine super Idee, so läuft die ganze Zeit über Live-Musik.
GETADDICTED: Was sind die größten Unterschiede zur Warped Tour und zu dieser Tour?
Darren: Bei der Warped Tour spielen viel mehr Bands, es gibt viel mehr Bühnen und die Bands spielen gleichzeitig.
Ryan: Es ist ein weiter Weg zu laufen, von der einen zur anderen Bühne!
GETADDICTED: Ist es für euch schwieriger das amerikanische Publikum zu überzeugen?
Ryan: Ich denke, es ist ein großer Wettkampf in den Staaten, es gibt so viele Bands dort. Wir müssen hart arbeiten und möglichst an vielen Orten dort spielen. Aber es ist nicht einfach dort, es gibt viele Bands, die ähnliche Musik machen und genauso hart arbeiten.
Darren: Ich denke wir haben etwas anderes zu bieten, mit dem UK-Stil, den wir machen. Es ist ein harter, langer Weg, in anderen Ländern kann man sicherlich schneller Erfolg haben. In Großbritannien hatten wir relativ schnell Erfolg. Ich denke, dass es in den USA wesentlich länger dauern wird.
GETADDICTED: In Europa sind eure Shows ausverkauft, wie ist es damit in den Staaten? Für wieviele Leute spielt ihr dort?
Darren: Ja, unsere eigene Headline-Show wäre sicher kleiner dort, aber so ist das nun einmal. Man muss versuchen, Stück für Stück größer zu werden. Es ist manchmal komisch, wenn Du in GB große Shows spielst und dann gehst du in die USA und spielst eine winzige Show. Aber so ist es nunmal.
GETADDICTED: Also seid ihr trotz allem motiviert?
Darren: Ja, auf jeden Fall! Es ist aufregend, dafür zu arbeiten, neue Fans zu gewinnen.
GETADDICTED: Aber ist es fair, dass amerikanische Bands herkommen und in großen Hallen spielen und wenn ihr nach Amerika geht, ihr in kleinen Hallen spielen müsst?
Ryan: Naja, so ist es nun mal. Es scheint, dass amerikanische Bands ein sehr gutes Profil bilden können, ohne in das Land selbst zu gehen und viel zu touren. Ich weiß nicht, warum das so ist, vielleicht finden die Leute amerikanische Bands einfach sehr attraktiv. Naja, wir arbeiten hart und geben unser Bestes, um unser Profil zu verbessern.
Darren: Wir versuchen einfach gute Musik zu machen, wenn Du den Leuten etwas Gutes rüberbringst, vergessen sie dich vielleicht nicht so schnell wieder und kommen wieder.
GETADDICTED: Ich habe euch in Duisburg, bei der Show im Pulp gesehen, erinnert ihr euch daran noch?
Darren: Ja, das war ein toller Abend! Ich mochte es sehr dort.
GETADDICTED: Es war auch ausverkauft dort, in Deutschland seid ihr schon großzügig;.
Ryan: Ich hoffe, wir können dort noch einmal spielen, das wäre toll!
GETADDICTED: Ist es euer zweites Mal in Köln?
Darren: Wir waren bei der IRON MAIDEN-Show dabei und mit den LOST PROPHETS, also es ist unser drittes Mal hier.
GETADDICTED: Was denkt ihr ist das Erfolgsgeheimnis von Bands
aus Wales? LOST PROPHETS, BULLET FOR MY VALENTINE oder FUNERAL
FOR A FRIEND sind alles Bands aus Wales. Englische Bands wie
AIDEN, THE HURT PROCESS oder HELL IS FOR HEROES haben nicht
so großen Erfolg hier in Deutschland.Darren: Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich glaube nicht, dass man das an speziellen Dingen festmachen kann.
Ryan: Ich denke melodische Dinge, das ist etwas, das sehr gut zu Wales passt und den Leuten gefällt.
Darren: Wales ist ein tolles Land und ich bin gerne dort. Die Leute arbeiten hart, um das zu bekommen, was sie wollen. Vielleicht ist das ein Teil, der dazu beiträgt.
GETADDICTED: Was vermisst ihr am meisten, wenn ihr nicht in Wales seid?
Ryan: Auf jeden Fall Familie und Freunde und einfach alles. Es ist ein tolles Land, mit schöner Landschaft und solchen Dingen.
Darren: So wie Deutschland eigentlich.
GETADDICTED: Und sprichst du den Dialekt?
Darren: Ja, ich spreche ihn. Es ist schon verwunderlich, wie viele Leute nicht wissen, dass Wales seine eigene Sprache hat.
GETADDICTED: Sprecht ihr auch etwas deutsch?
Darren: Nicht viel, nur die wichtigen Dinge, wie "danke schön".
Ryan: "Ein Bier bitte!" (lacht)
GETADDICTED: Also die wichtigsten Dinge. Euer neues Album heisst "Hours". Und das Booklet hat verschiedene Stil-Richtungen, was ist die Geschichte, die hinter diesen Bildern steckt?
Ryan: Ich denke, die Lyrics drehen sich viel um den Wandel der Zeit und den Wandel der Gesellschaft. Wir hatten die Möglichkeit, mit einem Studio in Seattle zu arbeiten, wo wir auch das Album aufgenommen haben. Also haben wir uns zusammengesetzt und über die Texte nachgedacht und wir kamen auf die Idee, dass wir den Wandel der Gesellschaft anhand einer Person darstellen, die sich von Generation zu Generation verändert. Von sehr unschuldig, etwa vor 50 Jahren, zur heutigen Zeit, in der es weitaus gefährlicher ist.
Darren: Die heutige Zeit ist wesentlich gefährlicher und man muss sich vielleicht selbst mehr schützen als damals. Verbrechen usw. machen alles gefährlicher.
GETADDICTED: Habt ihr selbst schon einmal so eine gefährliche Situation erlebt?
Ryan: Ja, wir hatten ja die Terroranschläge in London dieses Jahr und ein paar Tage später hatten wir eine Show in Birmingham und es gab dort eine Bombendrohung und wir mussten die Show abbrechen und die Halle wurde evakuiert. Es war eine sehr panische und ängstliche Stimmung auf einmal.
Darren: Zum Glück war es ein Fehlalarm und es gab keine Bombe, aber jeder war sehr ängstlich und besorgt, was auf einmal los war auf den Straßen.
GETADDICTED: Fühlt ihr euch hier in Europa sicherer oder in den USA? Oder ist es dasselbe?
Ryan: Ich denke die ganze Welt ist ein gefährlicher Ort geworden. Es gibt so viele Konflikte und Kriege. In den USA war es der11. September, in London der Anschlag dieses Jahr, die Aufstände in Paris ...
Darren: Es sind immer die unschuldigen Menschen, die leiden müssen. Das ist sehr tragisch.
GETADDICTED: Seid ihr sehr interessiert in Politik?
Darren: Ich habe kein großes Interesse an der Politik der einzelnen Staaten, aber auf jeden Fall ein sehr großes Interesse an der Weltpolitik. Es sind Dinge, die uns alle angehen. Eine der Gründe mag auch sein, dass wir um die ganze Welt touren.
GETADDICTED: Habt ihr irgendwelche Länder, in denen ihr besonders gern spielt, mal abgesehen von Wales?
Darren: Ich glaube, es gab noch kein Land, in dem wir nicht gern gespielt haben. Wir spielen gern und versuchen die Leute zu begeistern, wo das ist, ist mir eigentlich egal.
GETADDICTED: Gibt es denn große Unterschiede zwischen den Fans?
Darren: Eigentlich nur sehr kleine Unterschiede, mal abgesehen von der Sprache.
GETADDICTED: Und vom Mode-Stil?
Ryan: In Japan!
Darren: Ja, in Japan gibt es Unterschiede! Die Leute kommen sehr universell gekleidet! Rock-Musik ist sehr universell und vielleicht geht der Lebens- und Kleidungs-Stil von ihnen diesen Weg mit. Wenn man in Japan auf die Straße geht, kann man so wahnsinnig viele verschiedene Leute sehen. Es ist toll!
Ryan: Japan ist großartig!
GETADDICTED: Habt ihr dort große Shows gespielt?
Ryan: Ich glaube es waren so zwischen 3000 und 4000 Leute dort.
GETADDICTED: Es ist sehr teuer dort oder?
Darren: Ja, es ist komisch. Wir haben dort auch Headline-Shows gespielt und man spielt dort sehr früh und ohne Vorbands. So ist alles um etwa halb 9 zu Ende und alle gehen nach hause. Du bezahlst dein Ticket also, um nur eine einzige Band zu sehen.
GETADDICTED: Und morgen geht’s zurück nach hause für euch?
Ryan: Nein, wir fahren noch nach Holland. Wir haben noch Headline-Shows hier, in Arnheim und eine in der Schweiz.
GETADDICTED: Wisst ihr schon, wann ihr zurück nach Deutschland kommt mit einer Headline-Tour?
Ryan: Hm...also nach dieser Tour touren wir in den Staaten, dann eine UK-Tour im Februar und dann die US-Taste of Chaos-Tour. Danach vielleicht Japan und Australien. Und dann denke ich machen wir ein neues Album.
Darren: Vielleicht nächstes Jahr im Herbst oder so.
Ryan: Ich hoffe, wir können auf einigen Festivals mitspielen, wie "Rock am Ring" oder "Rock im Park". Das haben wir schon einmal gemacht und es war super!
Darren: Hurricane ist auch hier oder?
GETADDICTED: Ja, richtig.
Darren: Die Leute mögen Rockmusik in Deutschland, das ist gut!
GETADDICTED: Rockmusik und Bier!
Ryan: Rockmusik und Bier, das sind zwei meiner Lieblings-Dinge!
GETADDICTED: Wir auch! Okay, danke das war alles!
Ryan und Darren: Danke auch! (alle lachen)
- Funeral For A Friend live in Köln 2008
- Funeral For A Friend . Memory & Humanity
- Galerie: Funeral For A Friend live in Köln // 09.10.2007
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- Interview mit Funeral For A Friend // 20.11.2005






