FROM THE EAST COAST TO THE WEST COAST

 

The Fall Of Troy und The Gaslight Anthem in Köln // 07.06.2008

 

Bunter Stilmix in Köln: The Gaslight Anthem von der Ostküste mit ihrem geradlinig-hymnischen Punkrock mit viel Seele und The Fall Of Troy von der Westküste mit ihrem hektischen Mix aus Converge und Coheed & Cambria auf einem Acid-Trip.

 

Obwohl “nur” Opener zog die Band aus New Jersey gut und gerne 350 Leute in die Werkstatt. Vor der Bühne knubbelte es sich sofort, dazu gereckte Fäuste und laut mitgebrüllte Refrains. Das breit strahlende Gesicht von Sänger Brian Fallon schien immer wieder zu sagen: “Wir sind meilenweit weg von zu Hause, und die Leute singen alle mit – wie geil ist das denn?” Mit “Great Expectations” gab es einen Song vom neuen Album, auch wenn The Gaslight Anthem – wie sie uns im Video erzählten – gar keine Erwartungen haben. “If people clap, then they like it”, hatte Brian – diesmal mit Lederjacke statt Holzfällerhemd – geschätzt, und ja: Den Leuten gefiel es offensichtlich. Zum Abschluss mit “We’re getting a divorce ...” sprangen vier junge Fans auf die Bühne, rissen den Mikroständer an sich und brüllten – eher kläglich – den Chorus.

Nach einem guten Schluck Frischluft drängten sich dann noch mehr Fans in die muckelwarme Werkstatt zu The Fall Of Troy. Es ist schon ein abgefahrenes Bild, das Thomas Erak abgibt: Die linke Hand lässt der begnadete Griffbrettwichser über die Saiten fliegen, mit der rechten schafft er es, zwischendurch ans Mikro zu greifen und die Faust zu ballen, beide Füße wandern über sein Effektboard und dazu singt, kreischt und keift der gute Mann ja auch noch, wenn er nicht gerade wie ein Flummi über die Bühne springt. Do’s und Dont’s: Zu den Do’s zählen staunen oder sabbern und/oder dazu abgehen. Absolutes Don’t: Gitarre anfassen. Einer hat’s gemacht und danach sagte Thomas nur: “Don’t ever touch this again.”

Dass sie auch ruhig können, bewiesen The Fall Of Troy dann zum Schuss mit dem Nirvana-Cover “All Apologies”, dem dann natürlich noch zwei Songs folgten – eingeleitet mit einem verfrickelten Intro von Slayers “Raining Blood”.

 

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