GHOST OF TOM JOAD

 

NO SLEEP UNTIL OSTKREUZ

[RICHARD MOHLMANN RECORDS]

 

Amerikanistik-Studenten aufgepasst! Gleich mehrere Male wurde in der Kulturgeschichte Amerikas auf Tom Joad, den Protagonisten aus John Steinbecks „The Grapes of Wrath“, verwiesen. Die bekanntesten Referenzen entstammen Werken Woodie Guthries und Bruce Springsteens, womit sich der musikalische Kreis schließt. Das erst seit Anfang 2007 bestehende Trio aus Münster legt hier mit „No Sleep until Ostkreuz“ ihr erstes Full Length vor, was mehr als erfreulich ist. Erfreulich, weil es auf unsäglicher Mühe und Schweiß fußt, die man als relativ unbekannte Gitarrenband braucht, um von sich reden machen zu lassen. Erfreulich, weil sich mit Richard Mohlmann-Records im Rücken ein junges Label offenbart, hinter dem kein geringerer als Dennis Muff Potter Scheider die Fäden zieht. Erfreulich, weil der frische Indierockwind, den Ghost of Tom Joad hier aus den Boxen blasen, auf mehr hoffen lassen. Die Band hat jetzt schon ihre eigenen Klangfacetten in die Songs eingearbeitet, hat sich auf das spezialisiert, was sie kann – und das ist schlicht, simpel und einfach gut. Was bedarf es mehr an drei Instrumenten und etwas Reglerschieberei? Denn zu „Renegades Of Love“ gehört man auf die Tanzfläche zum kollektiven Hüftschütteln und Chorusmitsingen. Punkt. Alle anderen Songs auf der CD sind zweifelsohne auch nicht schlecht, kommen aber an den genannten Song und seine Hook nicht ran. Es geht sicherlich noch mehr bei Tom Joads Geist, wobei beizeiten mehr Schnodder den Liedern sicherlich gut stünde. Man darf also getrost warten und gespannt sein, hier kann was Feines in Gang gesetzt werden.

 

 

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Verfasser: Dennis Kalusche

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