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DER FEIND IN MEINEM BETT
Good Riddance wollen mit "My Republic" nicht nur entertainen
„Es ist nicht California Melodic Skate Punk, denn so was gibt es einfach nicht“, stellt Russ Rankin klar. Strand und Santa Cruz, Westcoast-Punk, Kali-Lauge – für nicht wenige Punkrocker war Kalifornien Anfang und Mitte der Neunziger die Projektionsfläche musikalischer Vorlieben und Wünsche. Good Riddance leben in diesem scheinbaren Garten Eden, und doch tut deren Sänger Russ Rankin das alles als „europäische Erfindung ab“, als „Ausdruck einer idealisierten Vorstellung von Kalifornien, die nur Europäer, die nie dort waren, zu haben scheinen.“ Dagegen manifestiert sich auf „My Republic“ das wahre Bild Amerikas, Kaliforniens. Da findet sich keine Spur von „Uns scheint die Sonne aus dem Arsch“-Attitüde – im Gegenteil. Die Texte malen ein düsteres, bedrückendes Bild, das Bild einer kranken Gesellschaft mit „inkonsequenten und schrecklich interessengeleiteten Menschrechtsvorstellungen“, wie Russ Rankin konstatiert. Dagegen rennt die Band unermüdlich an – mit ihrer Musik als Plattform. „Nicht nur Style, nicht nur Entertainment“ lautet sein felsenfester Grundsatz. Den reklamieren auch viele andere Bands für sich, und doch sieht Russ Rankin einen gravierenden Unterschied zwischen seiner Combo und einer Band wie Anti-Flag: der Majorlabel-Vertrag. „Man kann nicht sagen, man ist gegen jemanden, mit dem man grade im Bett liegt“ – keine Diskussion und zu Anti-Flag konkret: „Kein Kommentar“.
Musikalisch sind Good Riddance wieder da angekommen, wo viele Fans sie nach „The guide to moderne rebellion“ gerne gesehen – oder genauer: gehört hätten. In optischer Hinsicht stellten einige Konzertbesucher fest, dass Russ Rankin gewisse Ähnlichkeiten mit Campino habe. Ein Glaubwürdigkeitsproblem wie die Toten Hosen werden Good Riddance wohl genau so wenig bekommen wie eine volle LTU-Arena.
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