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TEENAGE REVOLUTION GALORE
Hanoi Rocks im Underground, Köln // 22.02.08
Es hat sich einiges getan, seit Hanoi Rocks in den 80ern mit Guns’n’Roses die Straßen von Los Angeles unsicher gemacht haben. Axl hat sich diversen Botoxbehandlungen unterzogen, taucht auf Grund zweifelhafter Aktionen vermehrt in der Klatschpresse auf und verspricht uns jedes Jahr auf Neue, wohlgemerkt als einziges Gründungsmitglied, den Release von Chinese Democracy. Und Michael Monroe? Hanoi Rocks veröffentlichen derweil mit „Another Hostile Takeover“ (2005) und „Street Poetry“ (2007) jüngst zwei der erfolgreichsten Alben ihrer Bandkarriere.
Eine überraschend große Menschenmenge hatte sich an diesem
Abend im Underground eingefunden, um den Legenden des Glamrock Tribut
zu zollen. Und nach einigen wenigen Shows 2005 sowie einem Auftritt
im Rahmen der Popkomm im letzten Jahr war dies nun für viele die
erste Möglichkeit, die Mannen um Michael Monroe und Andy McCoy
live zu erleben. Im Publikum war der Anteil derer, die die Band bereits
in ihren Anfängen erleben durften, definitiv in der Minderheit
und auch stylingtechnisch hatte wohl niemand mehr damit gerechnet, dass
sich Spandexhosen mit Leopardenmuster und Haarspray auch bei der jüngeren
Generation noch so großer Beliebtheit erfreuen.
Der Jubel, den Hanoi Rocks beim Betreten der Bühne entfachen, ist gigantisch und soll bis zum Ende des Konzertes anhalten. Trotz einiger Bedenken, was die Verfassung insbesondere der beiden Gründungsmitglieder betrifft, ist Michael Monroe nicht nur Profi und in erster Linie Rampensau, sondern zeigt sich an diesem Abend physisch wie mental in Topform. Andy McCoy hat gute Chancen, der nächste Keith Richards zu werden und auch die Neuzugänge Conny Bloom (Gitarre), Andy "A.C." Christell (Bass) und Lacu (Drums) haben sich scheinbar bestens in die Band eingefügt.
Es glitzert und blinkt wohin man schaut und so rocken sich Hanoi gute
90 Minuten durch ihren gesamten Katalog. Der Schwerpunkt liegt mit Songs
wie „Power Of Persuasion“, „Highwire”, “Transcendental
Groove” oder dem Titeltrack „Street Poetry“ auf dem
neuesten Longplayer der Band und die Singles „Fashion“ sowie
der Mottosong und Publikumsliebling „This One’s For Rock’n’Roll“
komplettieren diesen Teil der Show. Michael Monroe wechselt im Laufe
des Sets mehrfach das Outfit, nur um dann nicht weniger schillernd zurückzukehren,
und wirbelt in einer Art und Weise über die Bühne, die ihres
Gleichen sucht. Mit „People Like Me“ und dem melancholisch
anmutenden „A Day Late, A Dollar Short“ sind auch zwei Songs
vom Comebackalbum „12 Shots On The Rocks“ (2002) vertreten,
das nach 15 Jahren Bandabstinenz in ihrer Heimat Finnland auf Anhieb
Goldstatus erhielt. Klassiker wie „Tragedy“ vom fast schon
prähistorischen wie legendären „Bangkok Shocks, Saigon
Shakes, Hanoi Rocks“ (1981) begeistern restlos und mit der Ballade
„Don’t Never Leave Me“ beschließen Hanoi Rocks
dann ihre Show. Sie haben besungene „Teenage Revolution“
heute entscheidend vorangetrieben. Chapeau!
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