HARD-FI

 

ONCE UPON A TIME IN THE WEST

[NECCESSARY/WARNER]

 

Beim ersten Durchgang ist es sicherlich nicht das, was man erwartet hätte. Hard-Fi melden sich mit ihrem zweiten Album zurück und zeigen, dass der Begriff Alternative ihre Musik eindeutig am Besten trifft. Nach dem Millionenseller „Stars Of CCTV“ mit den Hitsingles „Hard To Beat“ und „Cash Machine“ waren die Londoner Stammgast auf jedem Indie-Dancefloor. Auch wenn der Opener „Suburdan Knights“ es scheinbar vermuten lässt, dass man diesen Weg weiter geht, wird man mit dem zweiten Song „I Shall Overcome“ eines Besseren belehrt. Hard-Fi scheinen sorgenfrei zu sein, bestimmen selbst und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Musik mit mehr Tiefe und der Mut, sich mehr dem Pathos hinzugeben. Gerade „Can`t Get Along“ und „Little Angel“ gehen in diesem vollends auf und sind nicht zu unrecht die besten Songs des Albums. Der auffallende Big Band-Sound passt und gibt dem Song genau den Antrieb, der nicht überall auf diesem Album zu finden ist.

„Television“ startet stark, aber der Refrain ist einfach grausig. Auch „We Need Love“ scheint dem gleichen Phänomen verfallen zu sein. Wo ist da der Biss? Man tut sich schwer, dem neuen Werk das gleiche Prädikat zu geben wie dem Debüt. Hard-Fi zeigen sich mutig, aber auch nicht mehr so kompatibel. Ob sich das am Ende nicht rächt, muss man abwarten. Ein Album, das spaltet. „Hass es oder lieb es“, könnte sich das Quartett denken und liegt damit genau richtig. Warum das Album nach dem Sergio Leone-Film „Once Upon A Time In The West“ (Spiel mir das Lied vom Tod) benannt ist, wird nicht deutlich. Vielleicht weil bei „Help Me Please“ kurz eine Mudharmonika zu hören ist und somit eine Hommage an Ennio Morricone? Das Album lässt viele Fragen unbeantwortet. Auf der MySpace Seite von Hard-Fi kann man sich das Album komplette anhören.

 

 

Verfasser: Markus Tils

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