TRACKLIST

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HEAVEN SHALL BURN

 

DEAF TO OUR PRAYERS

[CENTURY MEDIA RECORDS]

 

Zwei Jahre und etliche Touren ist es her, dass Heaven shall burn den letzten Longplayer “Antigone” rausgebracht und damit für ordentlich Furore gesorgt haben. Was noch vor zwei Jahren unter dem Deckmantel „Metalcore“ lief, darf heute mit Fug und Recht als Metal bezeichnet werden. Damit hat auch endlich mal diese Gratwanderung („walking on the edge“, haha) ein Ende. Musikalisch knüpft das Album da an, wo „Antigone“ aufgehört hat. Vordringlich hört man schwedischen Metal raus, der wohl als Vorbild Pate gestanden hat. Gutes Gitarrenriffing, schöne Melodien, druckvolles Schlagzeugspiel, emotionaler, düsterer Gesang sind die Schlagworte. Perfektes Territorium für Propeller-Headbanging und Nackenschmerzen. Die eingeflochtenen Breakdowns bedienen zusätzlich die kurzhaarigen Trainingshosenträger, so dass ein sehr großes Publikum angesprochen wird und der bereits angesprochene Bogen zum Hardcore gespannt wird. Mein Metal-Kumpel Elvis sagte mal über Heaven shall burn:„Heaven shall burn? Das sind doch die Kurzhaarigen, die Death Metal gerben...?!?!“. Weise Worte, lieber Elvis! Ist die Attitüde eher im Hardcore begründet, so liegen die musikalischen Wurzeln im Metal. Textlich geht es in „Deaf to our prayers“ hauptsächlich um die Folgen der Industrialisierung. Als Inspiration wird „Die Weber“ von Gerhard Hauptmann genannt, was keinesfalls weit hergeholt ist, im Gegenteil. Es macht Spaß, die Parallelen zu suchen und zu finden. Keinesfalls 08/15- Kost, sondern tiefgründige Texte, die zum Nachdenken anregen. Bleibt auf Dauer interessant, anstatt nach dem ersten Anhören langweilig zu werden. Freut mich, dass es den Thüringern gelungen ist, einen würdigen Nachfolger für „Antigone“ produziert zu haben, mit dem sie viele Fans beglücken werden und neues Publikum für sich gewinnen werden!

 

 

Verfasser: Lorenz Eberhardt

Artverwandt: In Flames, Bolt Thrower, Earth Crisis