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HEISSES WASSER, HEISSE STRIPS
Hot Water Music und Alexisonfire live in Los Angeles // 16.10.2004
Hohen Besuch aus Florida gab es am Samstag abend in Los Angeles: Hot Water Music gastierten im Troubadour. Chucks Hand ist nach seiner üblen Verletzung (s. Interview 2004) wohl schneller verheilt als erwartet, so dass HWM in Originalbesetzung antreten konnten. Entgegen all meiner Erwartungen lag der Club mitten im hochglanzpolierten Beverly Hills, nicht unweit der Villen von Stallone, Pitt und uns Ozzy! Aber auch hier wurde wieder deutlich, dass die Punk-Szene inzwischen mehr Mode ist als 'attitude'. Hauptsächlich kleine Skate Kids stolzierten mit ihren unübersehbar gelabelten Shirts, Pants, Caps & Schweißbändern durch die kleine Konzerthalle und einige verbrachten mehr Zeit am Merchandise-Stand als vor der Bühne. Vor dem Konzert traf ich Basser Jason Black. Er erzählte von Gründungstagen der Band vor genau einem Jahrzehnt. Hot Water Music begannen das Rocken und Rollen als College Band in ihrer Heimat Gainesville "Rock City", einem kleinen Nest in Florida (wo übrigens auch Less than Jake & As Friends Rust groß wurden!). Inzwischen hat sich das Quartett längst einen Namen gemacht und das zuletzt erschienene Album "The New what next" konnte selbst nach dem starken Vorgänger "Caution" überzeugen (beide auf Epitaph). Abschließend fragte ich Jason, ob er HWM als politisch bezeichnen würde. Er verneinte, sagte aber klar und deutlich, dass einem bei der momentanen politischen Lage und der Gefahr durch Bush nichts anderes übrig bleibt, als sich zu engagieren. Auch Hot Water Music beteiligen sich daher an der Punkvoter.com-Kampagne, die von FAT Mike ins Leben gerufen wurde.
Zum Konzert: Drei Vorbands füllten den üppigen Abend. Moments in Grace und Don't look Down glühten vor, bis dann Alexisonfire noch eine Kelle drauflegten. Eine energiegeladene Mischung aus New School Hardcore und Screamo-Punk mit vielen Breaks und knackigen Melodien brachten den Jungs ordentlich Beifall. Der Frontman der Band hat auf jeden Fall den Titel "hyperaktivster Sänger" verdient und konnte beim letzten Song mit einer Stripeinlage beim weiblichen Publikum punkten. Als Hot Water Music dann die Bühne bestiegen, tobte die Meute und entgegen meiner Erwartung war sogar Pogo und Stagediving vom Hause geduldet. Für alle ins Alter gekommenen Rocker gab es übrigens im zweiten Stock eine Galerie mit Sitzbänken (keine Seltenheit in den USA).
Hot Water Music machten ihrem Bandnamen alle Ehre und abwechselnd schallerten die mit Gitarren bewaffneten Sänger Chuck Ragan und Chris Wollard ihre Hymnen ins Mikro. Als Schmankerl gab es dann noch einen Gastauftritt von Lawrence Katz, seines Zeichens Gitarrero bei den Mighty Mighty Bosstones, der ursprünglich als Ersatz für Chuck eingeplant war. Ein großer Abend!
- Interview mit Hot Water Music in Münster 2005
- Hot Water Music live in Los Angeles 2004
- Galerie: Hot Water Music live in Bochum 2004
- Interview mit Hot Water Music in Köln 2004






