SOGAR EIN DANKESCHÖN

 

Interpol und Blonde Redhead im Palladium, Köln // 19. November 2007

 

Kalt und regnerisch war es vor dem Kölner Palladium, und die Schlange der Wartenden erstaunlich kurz. Das Wetter vermochte nichts darüber vorauszusagen, wie heiß es werden würde. Nachdem Interpol das letzte Mal im Mai in der Kulturkirche zu Köln für Begeisterung sorgten, herrschte gespannte Stimmung was da nun kommen würde.

 

Nach zu langer Wartezeit betraten drei unscheinbare Gestalten um ca. 20:15 Uhr die große Bühne des Palladiums. Wortkarg und zurückhaltend spielten Blonde Redhead ihr atmosphärisches Set, das sehr positiv vom Publikum aufgenommen wurde. Das Palladium war aufgrund des frühen Einlasses um 18.30Uhr, schon äußerst gut gefüllt und sorgte für eine Menge Applaus. Auch wenn es eine denkbar undankbare Rolle ist, als Opener für Interpol aufzuspielen, schlugen sich Blonde Redhead dennoch sehr gut und konnten sicher den ein oder anderen neuen Anhänger für sich gewinnen.

Nach einer relativ kurzen Umbaupause wird es dunkel und auf der riesigen Leinwand auf der Bühne erscheint ein gewaltiges „Wildlife“-Foto, das auch auf dem Cover des aktuellen Albums "Our Love to Admire" zu finden ist. Kurze Zeit später betreten Interpol in stimmungsvolles Licht getaucht die Bühne. Alle Bandmitglieder sind dunkel und gewohnt stillvoll gekleidet, lediglich Sänger Paul Banks trägt ein weißes Hemd und Schal.
Die ersten Klänge von "Pioneer to the Falls" erklingen, das Publikum bejubelt es frenetisch und ist von der erste Sekunde an gebannt. Mit perfektem Sound spielen Interpol "C'mere", "Slow Hands", "Rest my Chemistry", "Evil" und "Obstacle 1" - eine gute Mischung aus alten wie auch neuen Songs.

Vereinzelte Textzeilen singt das Publikum lauthals mit und vor der Bühne wird gesprungen und getanzt. Der als äußerst ruhig und wortkarg bekannte Paul Banks bedankt sich mehrmals und sogar ein "Dankeschön" bringt er über die Lippen. Jedes seiner Worte zwischen den Songs wird mit Kreischen und Applaus gefeiert. Nicht nur ihm, sondern der ganzen Band machte es sichtlich Spaß, und so gibt es nach über einer Stunde Spielzeit noch eine ordentliche Zugabe, die mit "Stella was a diver" perfekt beendet wird.

Interpol wussten wiedereinmal mit ihrer eleganten und lichtgewaltigen Bühnenshow zu überzeugen, was die zufriedenen Gesichter im Publikum nach dem Konzert unterstrichen.
Einziger Wermutstropfen waren die Merchpreise. War das Ticket für das Konzert wirklich jeden Cent werd, so waren es die T-Shirt Preise für 30-35€, sowie der Kapuzen Zipper für 65€ nicht.

 

 

Text und Foto: Sebastian Gondek