![]() |
|
RUHE IM GROSSEN CASINO
Jimmy Eat World in der Live Music Hall, Köln // 29. Januar 2008
Zweimal bekam ich auf meine Ankündigung, Jimmy Eat World in der Live Music Hall zu sehen, die selbe erstaunte Rückfrage: „Wie - die gibt’s noch?“ Die beiden Fragenden standen mir ihrem Wissensstand ziemlich alleine auf weiter Flur - prangte doch ein „Ausverkauft“-Schild vor dem Laden an der zugeparkten Lichtstraße (wer hier schon mal fotografieren musste, erkennt die Ironie dieser Anschrift).
Nach einem unaufdringlichen Auftritt der australischen Indie-Popper
Sparkadia ging in der LMH das große Spekulieren los: Wieviele
Songs vom neuen, nicht gerade Über-Album „Chase This Light“
würden gleich folgen? Manche hofften auf Klassiker wie „Table
For Glasses“, andere waren sich ganz sicher, dass heute definitiv
DER Abend wäre, an dem Jim Adkins und Konsorten ihre krachigen
Wurzeln mit „Static Prevails“-Material wieder auspacken
würden.
Nach zügigem Umbau begannen Jimmy Eat World ohne große Worte zu verlieren mit der neuen Single „Big Casino“, der daraufhin „Sweetness“, „Work“ und „Get It Faster“ folgten. Kochte noch vor wenigen Monaten das Stollwerck spätestens zu diesem Zeitpunkt über, wollte der Euphoriemotor an diesem Abend irgendwie nicht anspringen. Sowohl Band als auch Publikum wirkten eher verhalten, keine überschwänglichen Ansagen, kein frenetischer Jubel in der Menge, wenig Action auf der Bühne.
Bemerkenswert war jedoch die Auswahl an Songs, die Jimmy Eat World an diesem Abend aus dem Hut zogen. Mit „Desintegration“ wurde sogar die 2005er EP „Stay On My Side Tonight“ bedacht, bei gewohnt glasklarem Sound beeindruckte das wunderschöne „For me this is heaven“.
Nach einer Dreiviertelstunde verabschiedete sich das Quartett mit „23“,
bevor auch die Zugabe durch eine abgeänderte Version von „Your
House“ und „Hear You Me“ eher ruhig als adrenalingetränkt
eingeleitet wurde. Seinen Abschluss fand der Abend dann mit „Pain“
und dem unvermeidbaren Gute-Laune-Hit „The Middle“. Die
oben erwähnten Wünsche blieben unerfüllt, und auch ein
gemeinsam gesungenes „a dollar under water keeps on dreaming for
me“ des Meilensteins „Lucky Denver Mint“ bekam nicht
seine Chance.
Irgendetwas fehlte: Entweder die Stühle, dann wär die Atmosphäre eines Snow Patrol-Konzertes vollkommen gewesen. Oder, andersherum, die Jimmys sollten den Anspruch auf perfekt vorgetragene Songs ein wenig zurückschrauben und dafür gefälligst mehr aus dem Arsch kommen. Eine mit Leckerchen gespickte Setlist machte diesen Dienstagabend zu einem keineswegs verschwendeten, aber trotzdem: Come on, Jimmy, sing me something that i know!!!!!
- Jimmy Eat World live in Wiesbaden 2008
- Jimmy Eat World live in Köln 2008
- Galerie: Give It A Name-Festival in Köln 2007
- Give It A Name in Köln 2007
- Jimmy Eat World . Futures
Kommentare könnt ihr im SUCHTBLOG abgeben






