JINGO DE LUNCH

 

THE INDEPENDENT YEARS

[ROOKIE RECORDS]

 

Ich bin eigentlich für meinen Sanftmut und meine mitfühlende Toleranz bekannt, aber in diesem Fall gestatte ich mir doch zwei, drei kritische Anmerkungen: Grundgütiger, was für eine fürchterliche Platte. Bisher war ich davon ausgegangen, dass es kein Gesang dieser Welt schaffen würde, mir mehr Schmerzen zu bereiten als der von Sportfreund Peter, aber Yvonne Ducksworth von Jingo de Lunch unterbietet diese Marke mühelos. Ohne jedes Gefühl für Rhythmus oder Melodie singt sie munter an ihrer bedauernswerten Band vorbei, die es laut Bandinfo Ende der 80er Jahre mit ihrer Mischung aus Rumpelpunk und Hardrock zu deutschlandweitem Ruhm gebracht haben soll. Mir ist nichts dergleichen bekannt und das finde ich auch alles andere als schlimm. Zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen raufen sich Jingo de Lunch, die sich Mitte der 90er aufgelöst hatten, jetzt zu einer Jubiläumstour zusammen. Parallel dazu bringt Rookie Records die ersten drei – unverständlicherweise vergriffenen – Platten in Form dieser Compilation heraus. Empfiehlt sich wirklich nur für sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr treue Fans der Band. Braucht sonst kein Mensch.

 

 

Verfasser: Jens Büttner

Artverwandt: unvergleichlich