VON HIRSCHEN, METALLICA UND DARWINFINKEN

 

Jupiter Jones live bei der Visions-Party im FZW, Dortmund // 2. Juni 2007

 

"Wir sind Jupiter Jones, und das geht so!" Sind das nicht auch die ersten Worte einer anderen deutschen Band, die an den Landungsbrücken aussteigt und im Taxi weint? Egal, bei der Show im FZW blieb dies die einzige Parallele zu deren Befindlichkeitsfixiertheit. Stattdessen war die Zeit reif für ehrliche Musik mit Tränen, Schweiß und Blut. Und vor allem zweites durfte fließen, ob beim vollzählig anwesenden Publikum oder bei Sänger Nicholas, der sich das „Gelaber“ sparte und mit seiner ausdrucksstarken Stimme lieber ausdrucksstarke Texte von sich gab.

Die Jungs von Jupiter Jones sind einfach Sympathen! Was das GETADDICTED-Team schon einige Stunden zuvor im heimeligen Wohnzimmer „unter Hirschen“ erfahren durfte (mehr zu GETADDICTED.TV bald auf diesen Seiten), bekam nun auch das begeisterte Publikum zu spüren und verzichtete somit nicht auf Beifall und wohlwollende Ausfallschritte. Kreuz und quer durch altes Terrain, das neue gestreift, ging es mit Songs wie „War nichts“, „Alles Glück der Welt“, „Wir sind ja schließlich nicht Metallica“, „Raum um Raum“, „Kopf hoch“, „Land in Sicht“, „Auf das Leben!“, „Endorphinbatterie“ und „Momentaufnahme I“. Und viel zu schnell war es dann auch schon wieder vorbei, mit dem Einblick in den melancholischen, traurigen, aber immer mit einer Prise Optimismus gewürzten Gefühlskosmos einer jungen, deutschen Band, die wirklich was zu sagen hat. Und als eigentlich schon Schluss sein sollte, signalisierte Visions-Organisator Stephan Thanscheidt – bekennender Jupiter Jones-Fan, dass ein Song noch drin ist. Und nach „Unter uns Darwinfinken“ ging die scheußliche Tapete dann, kommt aber jetzt auf dem neuen Album wieder.

 

Text: Ingo Karkhof, Jens Becker