KETTCAR

 

VON SPATZEN UND TAUBEN, DÄCHERN UND HÄNDEN

[GRAND HOTEL VAN CLEEF]

 

„Du und wieviel von deinen Freunden können das Niveau einer solchen Platte locker halten“, möchte man fragen, wenn man die neue Kettcar-CD hört. Gut, „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ ist nicht gerade die große Weiterentwicklung zum Debüt-Album. Aber Marcus Wiebusch vermag dem Hörer mit seinen Texten immer wieder das Gefühl zu geben, sich in den Songs wiederzufinden. „Zu erkennen, dass man glücklich ist, ist Kunst“, „Es ist besser, für das was man ist, gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden“, das Album sprudelt nur so vor Weisheiten und typischen Kettcarizismen. Und die fünf Hamburger schaffen es auch mal wieder, völlig untypische Stilmittel absolut unkitschig einzubauen – wie den Kinderchor in „Stockhausen, Bill Gates und ich“, einer ansonsten ziemlich rockigen, aber inhaltlich sehr abgedrehten Nummer. Dazu kommt mit „Balu“ ein zuckersüßes Liebeslied („Manche sagen es ist einfach, ich sage es ist heikel, denn du bist New York City und ich bin Wanne-Eickel“) und mit „Deiche“ ein definitiv politisch gemeinter Song. Dank der Musik, die absolut zu gefallen weiß und keinem wirklich weh tut, könnte für Kettcar der ganz große Durchbruch bevorstehen.

 

 

Verfasser: Jens Becker

Artverwandt: Tomte, TempEau