AKUSTISCH VS. PLUGGED

 

Kill.Kim.Novak und Thoughts Paint The Sky im Bakuda, Dortmund // 26.10.2007

 

Der kleine Bakuda Club in Dortmunds Innenstadt war gut gefüllt an diesem Abend. Schon beim Aufspielen des Supports merkte man, dass das wohl hauptsächlich an Kill.Kim.Novak lag.

„Thoughts Paint The Sky“ wurden nämlich immer wieder von „Kill Kim Novak“-Sprechchören unterbrochen. Das hatte Daniel aber keinesfalls verdient: Wer sich alleine mit seiner Akustikgitarre auf die Bühne stellt und dann noch eine so emotionsgeladene Show abliefert, hätte viel mehr Huldigungen verdient gehabt. Die Verwunderung über den Soloauftritt, da Thoughts Paint The Sky eigentlich als Band bekannt war, legte sich auch recht schnell: „Die Anderen haben mich im Stich gelassen, also mach ich den Kram jetzt allein.“ Nicht ganz allein, sondern auch mit weiblicher Unterstützung bei einem seiner Songs und das war wirklich akkustische Screamo-Kost vom Feinsten. Dass seiner zierlichen Unterstützung dann auch noch solche Screams zu entlocken seien, hatte ich beim ersten Anblick nicht gedacht, aber Candace Kucsulain ist ja auch ein gutes Beispiel für so viel Stimmgewalt. Selbst die Gitarre wurde mal für einen Song in die Ecke gestellt und nur mit elektronischen Beats gearbeitet, was sehr gut in das komplette Programm von Thoughts Paint The Sky passte.

Dann betreten die schon vorher oft geforderten Kill.Kim.Novak die Bühne. Als dann die ersten Klänge zu „Wissen !?!“ durch den kleinen Bakuda Club zogen, ging auch schon der große Konfettiregen los, für den wohl alle im Club ausgelegten Flyer herhalten mussten…alles aber noch mal abgebrochen. „Hey, das war doch nur ein Test!“. Kill.Kim.Novak lieferten mit bekannten Songs, wie „Gefühle“, „Wissen !?!“ und „Unterjocht“, ihr Set ab, wobei Sänger und Bassist immer wieder das Bad in der Menge suchten. Negativ anzumerken ist aber, dass der Gesang von André oft zu leise gewesen ist und so das Publikum immer wieder aushelfen musste.

Alles in allem ein gutes Konzert, wenn nicht immer wieder die Kampfeslust einiger Pubertierender, vor allem während des Kill.Kim.Novak-Auftritts, zu Fast-Schlägereien geführt hätte und oft genug Leute getrennt werden mussten, damit es nicht blutig weiter geht.

 

 

Text: Marco Schäfer
Fotos: Caroline Stütz