![]() |
|
DR. MARS VS. MR. VOLTA
The Mars Volta am 08.03.08 im Palladium/Cologne
Eine in einem Endorphin- und Adrenalinrausch befindliche Schlange aus menschlichen Gliedmaßen drängte während eines winterlichen Sonnenuntergangs ins Palladium und splittete sich nach dem Eintritt wie ein Molekül, das in seine Atome zerteilt wird in alle Furchen der Halle. Was würde die Besucher in den nächsten Stunden erwarten?
Es war weder bekannt ob
es einen Support geben würde, noch was den Molekülteilchen
im Palladium sonst geboten werden würde. Nur die innere Vorahnung,
etwas Einmaliges läge vor einem, spiegelte sich in allen Augen
wider. Daher lag eine besondere Anspannung in der Luft, und diese Anspannung
wich, als um Punkt 20.15 die Lichter ausgingen, einer gewaltigen elektrischen
Entladung. Acht elegant gekleidete Herren verteilten sich angeführt
von Omar und Cedric über die Bühne und entzündeten ein
magisches Experimentalfeuerwerk. Vor einem riesigen Backdrop mit einer
Jungfrau in der arabischen Wüste neben einer Teufelsgestalt spielten
The Mars Volta sich und alle anderen in Ekstase.
Als nach der ersten halben Stunde die ersten zwei Songs in Bein und Mark des Publikums übergegangen waren, gab es eine kurze Begrüßung, um danach direkt wieder einen neuen Rauschzustand einzuleiten. Minutenlange Jammings folgten und die Neuzugänge am Bass und an den Drums zeigten dem Publikum, dass sie zu Recht in diese Formation um den Gitarrenvirtuosen Omar Rodriguez gehörten.
Cedric Bixler ließ sich immer mehr in einen hypnotischen Zustand hineinfallen und sang, schrie, tanzte und sprang auf den Amps und Drums hin und her. Zwischenzeitlich musste Drummer Thomas Armon Pridgen sich von einem seiner Becken trennen, da Cedric es im Rausch dem Publikum zum Zerreißen übergab. Insgesamt 180 (!) Minuten dauerte der musikalische Trip in eine andere Dimension ohne nennenswerte Pausen. Zweimal wechselte das Backdrop und die eh schon gut inszenierte Lichtshow wurde von einer gewaltigen Licht/Schatten-Maschine noch weiter übertroffen. Dem Publikum war definitiv klar, hier etwas ganz besonderes zu hören und zu sehen. The Mars Volta sind eben keine Band für Freizeitkonzertgänger, sondern für eingefleischte Atome des Mars Volta-Universums. Und diese Atome bildeten zusammen mit der Band für einen Abend ein neues waberndes Wesen aus einer Zwischenwelt, das in Zukunft hoffentlich noch einige Male in unsere Dimension eintaucht. TMV haben den Drive-In Schalter schon lange verlassen, um in neuen spirituellen Sphären nach Antworten zu suchen…
Drei Stunden Musik auf allerhöchstem Niveau, drei Stunden im absoluten
Rauschzustand!
Kommentare könnt ihr im SUCHTBLOG abgeben






