TRACKLIST

  1. Lebkuchenhaus
  2. Agenda s.c.h.
  3. Auf der Mauer
  4. Taschenkrebs
  5. Dreierpasch
  6. Jongleure
  7. Das Paar warme Handschuhe
  8. Fluppe auf Ex
  9. 4,8 Milliarden

MATULA

 

KUDDEL

[ZEITSTRAFE]

 

Eine Sache mal vorne weg: Südseeflieger, die auf Mauritius nach Perlen tauchen, sollten besser die Finger von „Kuddel“, dem Volle-Länge-Erstlingswerk von Matula lassen. Dieses Album ist für Muschelsammler an der Nordsee. Für all diejenigen, die sich die Mühe machen, genauer hinzusehen, respektive in diesem Fall hinzuhören. Nein, einfaches Liedgut ist „Kuddel“ nicht. Man muss es schon mehrfach putzen, ins CD-Fach oder auf den Plattenteller legen, um seine Schönheiten zu entdecken. Die gibt es, nicht in Hochglanz, aber so versteckt hinter semi-melancholischen Texten und Nordish-Punk-Klängen. „Lebkuchenhaus“ und „4,8 Milliarden“ werden sie gerufen, gespielt von Matula, zu finden auf Kuddel. Ohne falschen Pathos beschreibt sich die trinkfesten und kickerfreudige Truppe selbst: „Matula sind ein bisschen wie der Typ, der beim Auswählen der Fußballteams immer ganz am Ende genommen wird, weil er kein funkelndes Deutschlandtrikot trägt, sondern so ein altes Shirt vom großen Bruder („Jawbreaker“ steht da drauf oder so, kaum noch lesbar).“ Wer weiß, vielleicht trägt ja der kleine Bruder irgendwann ein Matula-Shirt. Ausgewaschen, verschmutzt und mit einem Brandloch am Ärmel. Doch am Ende wird es gröhlend hin- und hergeschwungen. Denn: Wer das letzte Tor schießt, hat gewonnen.

 

 

Verfasser: Michael Blatt

Artverwandt: Captain Planet, Turbostaat, Muff Potter