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MILLENCOLIN
MACHINE 15
[BURNING HEART RECORDS]
Bei vielen Punkrockern waren Millencolin maßgeblich an der musikalischen Sozialisation beteiligt und auch nach 15 Jahren Bandbestehen gibts für die Nordmänner keinen Grund, leiser zu treten.
Pünktlich zum Jubiläum gibt’s jetzt nach drei Jahren voller Soloprojekte und Touren das neue Album ,,Machine 15” mit 15 Songs. Produziert von Lou Giordano, der auch schon beim 2002er Album „Home from Home“ mit von der Partie war, stellen die Fünf unter Beweis, dass sie sich von Platte zu Platte musikalisch immer noch mächtig weiterentwickeln können und wollen – Stagnation Fehlanzeige. Die Schweden machen Musik auf die sie Bock haben und genau das hört man. Der namensgebende Opener „Machine 15“ geht direkt von 0 auf 100, das folgende „Done Is Done“ überrascht mit Streicherarrangements (sic!) und die erste hochmelodische Single „Detox“ erfreut mit Sixties-Referenzen in massiver Ohrwurmqualität. „Vicious Circle“ gibt den Quoten-Balladen-Rocker und gefällt auch der Freundin. Wie auch auf dem Vorgängeralbum mit „Cash or Clash“ sprechen Millencolin mit „Broken World“ mittlerweile auch problem– und klischeelos politische Töne an. Als besonderes Geschenk grade für die treuen Fans darf man „Brand New Game“ betrachten; aus alten und neuen Songtiteln bastelt Nikola einen kompletten Songtext. Beim Hören wird man sich möglicherweise dabei ertappen, die genannten Titel den diversen Alben zuzuordnen. Die weiteren Tracks der Platte kommen ebenfalls mit dem abwechslungsreichen aber immer kraftvoll-melodiösen Sound daher, den Millencolin seit „Pennybridge Pioneers“ stetig weiterentwickelt haben.
Es ist wirklich eine runde Sache geworden, das neue Album, experimentierfreudig und doch 100 Prozent Millencolin. “Kein Skatepunk mehr”, hört man schon die ersten Nörgler stänkern, die leider vergessen, dass es gerade beim Rollbrettfahren allein um den Spaß an der Sache geht. Und genau diesen haben die Herren Sarcevic, Färm, Ohlsson und Larzon sich über die Jahre zur Freude aller aufgeschlossenen Musikfreunde erhalten und damit die durchschnittliche Lebensdauer so vieler Punkrock-Kapellen ganz nebenbei in der Pfeife geraucht – Chapeau. Wir erwarten gespannt die nächsten 15 Jahre.
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