MINDLESS SELF INDULGENCE

 

IF

[ESSENTIAL MUSIC]

 

Die New Yorker Hobby-Hedonisten und Prediger der hemmunglosen Genusssucht Mindless Self Indulgence melden sich dieser Tage mit ihrem fünften Studio-Album „if“ zu Wort, das sie auf ihrem Tour-Abstecher in mitteleuropäische Gefilde vergangenen Monat bereits auszugsweise zum Besten gaben. Nachdem sie My Chemical Romance auf ihrer letzten Eurotour supportet haben (Ehrensache – schließlich ist Bassistin Lyn-Z mit Gerard Way verheiratet), dürften sie auch hier einem größeren Publikum bekannt geworden sein.

Auch auf der neuen Platte bleiben die schwarzgewandten Damen und Herren mit den lustigen Frisuren ihrem Stil treu und servieren ein mit 21 Songs überdurchschnittlich üppiges Album ihres tanzbaren Electro-Industrial-Punk-Sounds mit wie gewohnt ironischen bis vulgär-obszönen Texten. Mindestens zwei Drittel des Albums sind thematisch im Bereich Party, Drogen, Fame und Koitus mit wechselnden Geschlechtspartnern angesiedelt und dürften damit den Nerv der Zielgruppe zielsicher treffen. Bisweilen mischen sich auch HipHop-Einflüsse ein, wie beispielsweise bei „Bomb This Track“.

Auch sonst hat die Band etwas übrig für Innovationen: „Mark David Chapman“ (wir erinnern uns, dass ist der Mann der John Lennon erschoss) wurde quasi in engster basisdemokratischer Zusammenarbeit mit den Fans geschaffen: Über sämtliche Komponenten des Songs, vom Text über den Aufbau des Tracks bis zur Wahl der Instrumente, konnte im Internet abgestimmt werden. Eine Idee, die sich vielleicht nicht unbedingt durchsetzen muss. Die letzten vier Songs der Scheibe sind allesamt Remixes des pumpenden Kracher-Openers „Never Wanted To Dance“ und reichen wie das gesamte Album von „gelungen“ bis „muss nicht sein“.

Mir persönlich ist das Ganze eine Spur zu abgedreht. Jimmy Urines hohe Fistelstimme trägt wohl auch ihren Teil dazu bei, dass diese Platte im Regal verschwindet, dennoch hat die seit 1989 existierende Band wohl nicht ganz grundlos eine große solide Fanbase, die ihre Singles in mehrfach auf Platz Eins der U.S. Billboard Charts gebracht hat und sie bei youtube und MySpace alle virtuellen Rekorde brechen lässt. In diesem Sinne: Wem’s gefällt...

 

 

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Verfasser: Philipp Schulte

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