"DER DA VORNE IST NICHT IM TAKT"

 

Muff Potter live im FZW in Dortmund // 7. Januar 2006

 

Die beiden Stehleuchten, obligatorische Bühnenausstattung bei Muff Potter, passten eigentlich perfekt ins FZW, in den Raum, der sich „Halle“ nennt, aber eigentlich doch nur ein größeres Wohnzimmer ist. Wäre es meins, ich hätte mich allerdings gefragt, wer die ganzen Leute rein gelassen hat. Während einige noch vor dem FZW in der Kälte Schlange stehen mussten und nicht mehr reinkamen, drängten sich drinnen die frühzeitig angereisten zu einem schwitzenden Mob. Shredder konnte sich auf jeden Fall sparen, die Haare vorher nass zu machen (falls Nagels „böse Unterstellungen“ stimmen, dass sich der Bassist die Haare nass macht, um besser bei den Frauen anzukommen ...).

Die Show? Muff Potter! Nagel: linkes Bein vorne, das rechte hinten; Shredder breitbeinig; Dennis mal so, mal so; Brami: kaum zu sehen – Drummerpech. Die Münsteraner spielten einige neue Songs wie „Sexhit“, „Punkt9“ und „allesnurgeklaut“. „Elend 16“ wuchs in Nagels Ansage zu „Elend Nummer 16, 17, 18 und 19“ an. Am Publikum kann’s nicht gelegen haben – im Gegenteil. Als die Leute mitklatschten gab Nagel zu, „dass – auch wenn Muff Potter keine Schleimer sind - das echt geil aussieht, außer der da vorne, der ist nicht im Takt“. Die Zugabe unter anderem mit „Young until I Die“ beendeten die Münsteraner standesgemäß mit „100 Kilo“.

 

 

Text: Jens Becker