DURCH DAS SCHNEEGESTÖBER NACHTS UM HALB EINS

 

Muff Potter live in der Kraftstation, Remscheid // 25.11.2005

 

Der fiese Wintereinbruch in NRW mit heftigen Schneewehen und brutalem Verkehrschaos hatte wohl einige Leute davon abgehalten, sich in die Kraftstation nach Remscheid aufzumachen. Daher standen Muff Potter in diesem soziokulturellen Zentrum einem Publikum gegenüber, das großteils aus jungen Einheimischen bestand, ca. 70 an der Zahl. Lediglich eine Dortmunder Fraktion hatte den Höllenritt auf sich genommen. Für Muff Potter also eine Rückkehr zu den Wurzeln, mit denen sie doch eigentlich schon lange abgeschlossen hatten.

„Hier oben ist auf jeden Fall der wärmste Platz in Remscheid“, stellte Nagel dann auch direkt nacht dem Opener „Punkt 9“ fest. Beim nachfolgenden „Unkaputtbar“ kam dann Bewegung ins Publikum, bei dem vor allem die Songs von der „Heute wird gewonnen, bitte“ gut ankamen. Doch auch bei Liedern vom aktuellen Album „Von wegen“ sangen einige Fans textsicher mit. Bei „Sexhit“ zerstörte Brami seine Snare. Die entstehende Pause überbrückte Nagel kurzerhand, indem er den Song akustisch weiter klimperte, bis Brami wieder einstieg und das Tempo sofort anzog. Nach „Auf der Bordsteinkante nachts um halb eins“, „Wir sitzen so vorm Molotow“ und den Zugaben „Den Haag“ und „allesnurgeklaut“ verabschiedeten sich Muff Potter dann mit ihrem Klassiker „100 Kilo“ samt üblichem Live-Anhängsel, dem Refrain von „Kleine Welt“. Nagels Mahnung, die Leute sollten vorsichtig nach Hause fahren, erübrigte sich für’s großteils als Fußvolk angereiste Publikum.

 

 

Foto und Text: Jens Becker