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NOZZLE
EMPIRES
[FLOWERMOUNTAIN RECORDS]
40min Alternativerock-Selbsttherapie in zehn Liedern. Glasklar, aber trotzdem noch naturell produziert steht das zweite Album der Engländer Nozzle in den Startlöchern. Es zeigt sich ein Wandel im Sound, den man zunächst konstatieren und eventuell verdauen muss. Der anfänglich unbekümmerte Poppunk ist einem reifen, ja sogar erwachsenen Sound gewichen, den man bei konsequenter Entwicklung jedoch leider als ermüdend bis ausdruckslos bezeichnen muss. Selbst der auf mehr hoffen lassende, von Stakkatodrums getriebene Anfang von „Complicated“ enttäuscht leider im weiteren Verlauf, da er in dem gesichtslosen Einheitsrefrain nebst cheesy „Oohoohooo, oohoohooo“s höchstens als Rausschmeißer einer JurastudentInnen-WG-Party taugt, bei dem sich lediglich der Gastgeber aufgrund mangelnden Besuches abgeschossen hat. Allein wird nun Nozzle gehört, Rotwein getrunken und in weltumgreifendem Selbstmitleid zerflossen, während man die unangetasteten Dinkelvollkornchips wegwirft. Eigentlich mag man die originären, fettigen Kalorienbomben auch lieber.
Hier ist alles gut gewollt und fürchterlich nett, doch barfuß funkt’s hier bedauernswerterweise überhaupt nicht. Diese Nozzle’sche Alternativeschiene führt jedenfalls ins Nimmerland. „What am I supposed to do? What am I supposed to dohoohoohoo?“ singt Sänger Dave in “Twisted Love”. Wieder mit Benzin fahren und nicht Solarenergie nutzen. Zumindest nicht, wenn die Antriebskraft in der Lok durchaus vorhanden ist. Not my cup of tea this time.
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