P.O. BOX

 

...AND THE LIPSTICK TRACES

[LONG BEACH RECORDS/ÜBERSEE]

 

„Burning, downloading and the sharing of our music is allowed“, lauten die ersten Sätze im Booklet. P.O. Box wollen nicht von ihrer Musik leben, sondern ihre Musik leben. Die in solchen Äußerungen angedeutete Leidenschaft transportieren die Franzosen auf „... And The Lipstick Traces“ energisch und kompromisslos in mitreißendem politischen Ska-Punk, der sich weit abseits von „Uns scheint die Sonne aus dem Arsch“-Sound bewegt. Selbst das an ruhige Mad Caddies erinnernde „Music Has Taken Backseats To The Haircuts“ ist kein Sunshine-Schleimer, sondern eine gnadenlose Abrechnung mit Szenegewäsch. Beim hymnischen Refrain von „Look What You Have Done“ reckt sich die rechte Faust von alleine in den Himmel, während in der linken ein Bier wächst. Dazwischen liegen massig treibende Songs zwischen Ska-Punk und Punk-Ska. P.O. Box könnten das Ergebnis eines Gangbangs der frühen Randy mit den Bombshell Rocks, Less Than Jake, Looking Up und den Suicide Machines sein, wobei die Voodoo Glow Skulls Pate standen und Anti-Flag der Band beigebracht haben, dass man Songtexte mit Fußnoten versieht.

 

 

Verfasser: Jens Becker

Artverwandt: Looking Up, Link 80, Suicide Machines