RADIOHEAD

 

IN RAINBOWS

[XL/BEGGARS]

 

Am 10.Oktober 2007 erschien das neue Album der Band auf einem Weg, der wohl bisher bei einer derart erfolgreichen Formation undenkbar gewesen wäre. Thom und seine Mannen stellten „In Rainbows“ zum Download auf einer bandeigenen Website ins Netz. Jeder konnte sich dort die Veröffentlichung runterladen, zu einem Preis, der ihm dafür als gerechtfertigt erschien. Ganz klar, was die britische Band hiermit auslösen wollte, nämlich den Diskurs darüber, was Musik aus dem Netzt eigentlich wert sei. Dass eine so erfolgreich und allseits beliebte Band diesen neuen Weg der Veröffentlichung beschritten hat, ist vorbildlich! Etwa zehn Wochen später erschien der Tonträger dann auch auf Vinyl und CD und steht nun nicht mehr zum Download bereit.

Radiohead klingen auf `In Rainbows` wieder wesentlich elektronischer als auf `Hail To The Thief`. Nachdem `15 Steps` ersteinmal an den Nerven zerrt, setzt diese wunderbare Gitarre ein und man weiß wieder, wie es sich anfühlt, das Universum eines Mannes mit Namen Yorke. Sanft plätschert die Melodie und auch der Beat wird ruhiger und der Zauber setzt ein. `Bodysnatcher` kommt mit verzerrtem Gitarrenriff und großem Phatos aus dem Äther. In dieser Liga spielen wahrlich nur wenige Bands. Wie ist es möglich, dass man Melodie und Gesang gegeneinander richtet und doch Harmonie zum Vorschein kommt?! Irgendwie klingt Radiohead wieder mehr nach `Kid A` und `Amnesiac` auf ihrem neuen Werk. Manchmal fragt man sich da gar, was eigentlich Phil Selway streckenweise bei den Aufnahmen gemacht hat, wenn der Reigen aus elektronischen Beats erschallt (Weird Fishes/Arpeggi). Es ist aber immer wieder Thom Yorkes Stimme, die dieses Album zu einem Erlebnis macht. Vielleicht war seine Stimme nie so präsent wie auf diesem Silberling.
Als Nachtrag wäre noch festzuhalten das 1,3 Millionen Menschen `In Rainbows` runtergeladen haben und wenn jeder dafür nur einen Dollar bezahlt hat, dann wär das schon mal ein Betrag, für dieses Kleinod an Musikgeschichte. Es wurde ja auch kein Geld für Tonträger ausgegeben und es haben keine Plattenfirmen, Promoagenturen, Presswerke etc auch noch daran verdient. Dies könnte ein Weg für die Zukunft sein und Radiohead haben wieder einmal neben dem musikalischen auch wegweisend im Umgang mit Kunst agiert.

 

 

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Verfasser: Daniel Rade

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