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"JA, ICH BIN SÜCHTIG NACH NASENSPRAY"
Randy im Interview in Essen beim Werden Open Air, 5. Juni 2006
Der Weg von Dortmund nach Essen ist bekanntlich nicht der weiteste, hält aber trotzdem die ein oder andere Überraschung bereit: Zu Zweit machten wir uns auf den Weg nach Essen und der war bis zum Essener HBF auch nicht erwähnenswert. Da angekommen sprang mein Interviewpartner voller Elan in die bereit stehende Bahn und fuhr los. Doch leider war das nicht die richtige und so drehte er eine Ehrenrunde ins Essener Bahndepot. “Glücklicherweise” hatte er auch alles, was relevant war fürs Interview, bei sich. Nach einigen Umwegen am Gelände angekommen, erfahren wir, dass Randy auch gerade in diesem Moment eingetrudelt waren...Perfekt!
GETADDICTED: Die erste Frage ist eine ziemlich entscheidene
Frage für das Interview. In vier Tagen startet ja die
WM in Deutschland. Mögt ihr Fußball?Johan: Ja, ich mag Fußball, und ich hoffe, Schweden wird sich gut schlagen, aber auch Deutschland ist ja bekanntermaßen eine recht gute Turniermannschaft.
GETADDICTED: Und was ist deine Einschätzung für das schwedische Team? Wie weit werdet ihr kommen?
Johan: Wenn sie die Gruppenphase überstehen, können sie mit einem bisschen Glück schon recht weit kommen. 1994 haben wir ja schon den dritten Platz belegt, was für so ein kleines Land wie Schweden ja schon gut ist. Wir haben ja auch einige sehr gute Spieler wie Henrik Larsson, der bei Barcelona spielt, oder auch Zlatan Ibrahimovic und Frederik Ljungberg. Aber es wird schwer genug sein die Gruppe zu überstehen mit England und Paraguay als Gegnern.
GETADDICTED: Morgen ist der lezte Tag eurer Tour. Hat das
einen Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft?
Johan: Nicht wirklich. Es liegt viel mehr daran, dass wir
lieber einen kürzeren Zeitraum für unsere Touren
einplanen, da das Ganze schon sehr anstrengend für Körper
und Geist ist.Außerdem hat unser Bassist zwei Kinder,
und es ist nicht gerade einfach, wenn man sie zu lange nicht
sehen kann.
GETADDICTED: Das Festival hier heute ist "Umsonst&Draußen",
das heißt es kommen eine Menge verschiedene Leute mit
verschiedenen Musikgeschmäckern. Findet ihr das merkwürdig,
vor so einem Publikum zu spielen, oder seht ihr das eher als
eine Art Chance, neue Fans zu gewinnen?
Johan: Viele Zuschauer zu haben kann nie schlecht sein. Selbst
wenn von den ca. 3000 Leute hier nur ca. 500 Randy-Fans sind,
ist das immernoch besser, als irgendwo nur die 500 Randy-Fans
zu haben.
GETADDICTED: Eure ersten Platten sind ja musikalisch eher
in Richtung Melodycore einzuordnen, die neuen hingegen eher
in Richtung Punk’n’Roll. War das ganze eine bewusste
Entscheidung oder ein unbewusst voran schreitender Prozess?
Johan: Ihr müsst das so sehen, uns gibt es bereits seit
15 Jahren. Und wir versuchen einfach, uns mit jedem Album
weiter zu entwickeln. Natürlich ist der Unterschied zwischen
den ersten und den neueren Alben riesig. Aber wir haben uns
menschlich auch weiter entwickelt, und wir versuchen einfach,
mit jedem Album auch etwas Neues zu schaffen, sonst langweilen
wir uns selber. Außerdem sind wir ja auch nicht gerade
die weltbekannteste Band und stehen unter dem Druck der Erwartung
unserer Fans und können so ziemlich das machen, wozu
wir Lust haben. Wenn wir pro Album 300.00 Stück verkaufen
würden, könnte das anders aussehen.
GETADDICTED: Ihr habt zusammen mit Fat Mike ein Lied ("Don't
let your Babys grow up to be PunkRockers") aufgenommen.
Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Johan: Wir sind sehr gut mit Fat Mike und den anderen Leuten
von NOFX befreundet. Das ganze entstand im Rahmen einer Compilation
für Burnig Heart, auf der verschiedene Bands zusammen
arbeiten sollten. Wir haben dann in Schweden den Song aufgenommen,
die Tapes mit auf Tour genommen und haben dann in San Francisco
ein Studio gemietet - und Fat Mike hat zu unserem Song gesungen.
Das war Lustig.
GETADDICTED: Auf eurem neuen Album gibt es den Track "Punkrock
High". Spiegelt der eure eigenen Erfahrungen und Erlebnisse
während der Schulzeit wider?
Johan: Kein Ahnung, ich schreib die Texte nicht. Aber ich
denke schon. Es ist vielleicht eine Art romatischer Blick
auf das, was wir als Band sind und wie wir dahin gekommen
sind.
GETADDICTED: Das Cover eures neuen Albums erinnert, mit den
Strahlen, die aus den Augen kommen, etwas an alte Godzilla-
oder auch Superman-Filme. Hat euch das dazu inspiriert oder
gibt es keinen speziellen Hintergrund für die Gestaltung?
Johan: Hauptsächlich sieht es einfach cool aus. Da steckt
nicht wirklich eine politische Agenda dahinter. Wenn, ist
es eher eine Hommage an 70er Punk-Bands wie z.B. The Damned.
GETADDICTED: Nun zu den letzten Fragen. Wenn du ein Mixtape aufnehmen würdest, welche 5 Lieder wären ein Muss?
Johan: Schwierige Frage..hm...ich glaube ich würde Among the Living von Athrax nehmen, dann...ähm...die fünf besten Lieder...(denkt). Das ändert sich fast jeden Tag. Vielleicht noch Holidays in the Sun von den Sex Pistols, die Dead Kennedys mit Terminal Preppie, dann AC/DC und You shook me all Night long und einen noch, David Lee Roth – Just like Paradise.
GETADDICTED: Wir heißen ja Getaddicted. Gibt es etwas nach
dem ihr als Band süchtig seid? Musik wird als Antwort
nicht akzeptiert.
Johan: Ja, ich bin süchtig nach Nasenspray. Das mache
ich die ganze Zeit und jeder in der Band trinkt zuviel. Dann
rauchen wir und nehmen noch so einige illegale Substanzen
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