"TOUR SONG" ZUM TOURAUFTAKT

 

Rise Against und The Bronx live in der Weststadthalle, Essen // 10.04.2007

 

Rise Against – Tourauftaukt in Deutschland. Die Show in der Essener Weststadthalle war seit Wochen ausverkauft. Als ersten Aperitif bekam das angenehm klischeefreie Publikum die Cancer Bats geliefert, doch allzu appetitanregend waren die Kanadier wohl für die meisten nicht. Die anschließenden The Bronx bekamen da schon besseres Feedback. In der schlauchähnlichen Weststadthalle, in der die Bühne ja an der Längsseite ist, kam die Menge vor der Bühnenmitte etwas in Bewegung, doch der deutliche Headliner des Abends waren Rise Against.

Die Band um Sänger Tim war allerdings nicht gerade mit einem guten Sound gesegnet. Wer weiter seitlich vom Mischpult stand – und das sind aufgrund der außergewöhnlichen Saalform leider sehr viele – bekamen oft nur eine Ahnung vom Gitarrensound. Ganz an den Rändern überdröhnte die Bassdrum gerade bei den Uptempo-Songs alles. Wie es sich für eine Band von diesem Schlag gehört, ging Drummer Brandon mit erhöhter Schlagzahl zu Werke. Rise Against spielten viele Songs von „The Sufferer & The Witness”. Vor der Bühne reckten sich Sänger Tim bei „Give It All“ hunderte Arme entgegen. Auch auf Galerie taute die erste Reihe nach und nach auf.

Die Schmankerl bewahrten Rise Against für die Zugabe. Nach einigen „Rise Against, Rise Against“-Chören kam Sänge Tim alleine nur mit einer Akustikgitarre auf die Bühne und für viele war klar: „Roadside“ oder „Swing Life Away“. „Kennt jemand von euch Jawbreaker?“, fragte Tim ins Publikum. Zwei, drei Arme gingen zögerlich hoch. Mit seiner Version von Jawbreakers „Tour Song“ bekam dann die gesamte Weststadthalle zum ersten Mal einen klaren Sound und Tim dafür entsprechend Applaus. „Swing Life Away“ kam natürlich direkt hinterher. Anschließend kam der Rest der Band auf die Bühne zurück. „Kennt ihr unser erstes Album ‚The Unraveling’?“, fragte Tim als nächstes und sagte in Richtung Basser Joe: „Die kennen Jawbreaker und ‚The Unraveling’ nicht“. Dass aber doch einige das Debüt kannten, wurde deutlich, als doch sehr viele Fans „Alive And Well“ mitbrüllen konnten. Nach gut 70 Minuten schickten Rise Against dann ihre Fans mit „Prayer Of The Refugee“ nach Hause – und mit der Hoffung auf besseren Sound.

 

Text und Foto: Jens Becker