ALTES ALBUM: TANZEN - NEUES ALBUM: GAFFEN

 

Rx Bandits und Facing New York im Prime Club, Köln // 07.10.2007

 

Irgendwie hatte man schon beim Support der Rx Bandits das Gefühl, dass das Publikum nicht viel mit untanzbaren Klanggewittern anfangen konnte oder wollte. Bei den jamsessionartigen Songs ohne leicht erkennbare Strukturen blieben die Massen nämlich ruhig – und das trotz der aufopferungsvollen Show der Jungs aus Kalifornien. Die setzten oder stellten sich alle mal an jedes Instrument und brachten so eine nicht zu verachtende Dynamik in die Bühnenshow.

Das änderte sich aber schlagartig nach dem Bühnenumbau mit dem Auftreten der RxBandits. Vom doch recht jungen Publikum fast frenetisch begrüßt, legten die Banditen ohne große Umschweife los und zeigten Köln, dass sie es noch immer drauf haben. Zum warm werden gab es erstmal ein paar „Schmankerl“ von den alten Alben „The Resignation“ und „Progess“. Da merkte man sofort: Hier will getanzt werden.

Leider wurde da Erlebnis etwas vom schlechten Sound gestört. Haben offensichtlich schwerhörige Tonleute eine große berufliche Zukunft? Hoffentlich nicht. Da wollte man sich fragen, ob die Rx Bandits den Posaunisten gefeuert haben. Aber wer war dann der junge, blonde Mann der da vorne wild in sein Blasinstrument pustete? Wahrscheinlich bis kurz vor dem Kollaps der Lungenflügel. Weiter hinten war aber außer dem verzerrten Gesicht des Posaunisten kaum etwas davon mitzubekommen.

Aber die Rx Bandits haben es einfach drauf. Stimmlich ist Sänger Matthew einfach unschlagbar. Klingt er live doch genauso gut wie auf Platte, was fast schon unheimlich ist. Musikalisch sind die Jungs auch, verdammt nochmal, eine Institution. Auch hier sah man dann, wie schon bei Facing New York, eine Art Instrumenten-Hopping. So schnappte sich Posaunist Christopher kurzerhand das von der Support-Band über geblieben Schlagzeug und trommelte teilweise fröhlich mit. Zu späterer Stunde wurde dann noch das aktuelle Album angekündigt. „And the Battle Begun“. Hier merkte man dann wieder, dass das Publikum doch eher etwas mehr „College“-Ska wollte als die soundexperimentartigen Songs des neuen Albums, wurde hier doch um Längen weniger getanzt als zuvor zu den alten Hits. Ähnlich wie schon bei Facing NewYork, die die Massen auch nicht zum Toben brachten. Im Ganzen war es dann aber, trotz besagter Schwierigkeiten, ein tolles Konzert.

 

Text: Daniel Fehling
Foto: Bryan Sheffield