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SAY ANYTHING
IN DEFENSE OF THE GENRE
[DOGHOUSE RECORDS]
Max Bemis ist der Hauptakteur von Say Anything. Der dickliche Nerd ist Frontmann, Songwriter und Komponist eines Großteils des musikalischen Outputs der Band aus Los Angeles. Bemis ist Bipolar, das heißt: Er hat eine Art von Depression, die sich dadurch äußert, dass er innerhalb kürzester Zeitspannen von bester Laune in ein tiefes emotionales Loch fallen kann. Menschen, die bipolar erkrankt sind, haben eine bis zu 30 Prozent höhere Suizid-Gefährdung. „Alive With The Glory Of Love“ vom letzten Album brachte Erfolg, Ruhm, Geld und eben auch diese Krankheit zum Vorschein. Ein Grund mehr für Max Bemis weiter Musik zu machen. So liefern Say Anything mit „In Defense Of A Genre“ zum zweiten Mal ein Doppelalbum ab, das – wie der Albumtitel schon ankündigt – ein ganzes Genre verteidigen soll. Mit 27 Songs auf zwei CDs verteilt bauen Benim und Band einen Schutzwall aus Rock, Indie, Pop und Emo.
Es gibt Menschen, die würden es dem kränklichen Mastermind kaum zutrauen, über soviel Kreativität und Schöngeist zu verfügen, um auch nur einen Silberling mit kreativem Output zu füllen. Wieder andere würden für nur einen seiner Songs plündern, brandschatzen oder schlimmeres. „Baby Girl, I`m a Blur“ heißt die erste Singleauskopplung des neuen Albums und schlägt mit Beat, Melodie und Text mit voller Wucht vor den eigenen Füßen ein. Dieser Song beschreibt das Durcheinander im Liebesleben und wie unklar man selbst und auch eine Beziehung manchmal sein kann. „You Are with me all the time, the drugs can have my mind, love. You own the rest you`ll find. And you´re with me all the time.“
Say Anything verteidigen nicht nur ein Genre, nein, sie begründen mit diesem Album ein eigenes. Selten gelingt es Musikern, so unterhaltsam über lange Strecken zu sein. Titel wie „Shiksa (Girlfriend)“ oder „Retarded in Love“ beschäftigen sich zwar textlich immer mit dem Oberthema Liebe und dem, was sie aus einem machen kann. Aber musikalisch schafft es die Band, von einer Ballade zu einem reißenden Wirbelsturm anzuwachsen und das innerhalb eines Songs. Das ganze klingt aber immer homogen und als hätte es gar nicht anders klingen dürfen. Dieses Talent haben wenige Musiker. Und noch weniger können zudem noch so poppig und melodiös klingen. Zudem ließt sich die Liste der geladenen Gäste wie das Who is Who des Genres Emotionale Rockmusik. Auszug gefällig? Adam Lazarra (Tacking Back Sunday), Chris Carrabba (Dashboard Confessional), Matt Skiba (Alkaline Trio), Gerard Way (My Chemical Romance) sind nur einige der Namen. Aber nicht, dass hier ganze Strophen von anderen eingesungen wurden, nein, die Herrschaften durften meist nur im Backround agieren.
Auch der zweite Teil dieses Doppelalbums ist nicht etwa mit besseren B-Seiten gefüllt. Der Titeltrack und `Vexed` - um nur zwei zu nennen – werden nicht nur Teenager glücklich machen. Diese Band kann mit gutem Gewissen als Emo bezeichnet werden, ohne dass man dabei an kleine schwarzhaarige Männchen mit Ponyfrisuren denken muss! Perfekt!






