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SCARY KIDS SCARING KIDS
THE CITY SLEEPS IN FLAMES
[TIEFDRUCK-MUSIK/UNIVERSAL]
Benannt nach einem Song der wunderbaren und wohl ungeschlagenen Cap’n Jazz existiert diese Formation aus Gilbert/Arizona schon seit 2002 und veröffentlichte im letzten Jahr ihr selbstbetiteltes zweites Album. Warum allerdings nun ihr 2005er Debüt, knapp drei Jahre nach dem regulären Release noch mal veröffentlicht wird, mag allerdings wenig bis gar nicht nachzuvollziehen sein. Zumal die Luft für Post-Hardcore-Bands, die Musik wie Scary Kids Scaring Kids machen, momentan eh schon dünn genug wird. Interessant ist an dieser Stelle dass die `Kids` schon auf diesem Album mit Keyboards und Synthesizern arbeiteten. Schön hörbar bei `My Darkest Hour`. Im letzten Jahr machte genau dieser Umstand die Briten Enter Shikari über Nacht zu Superstars. Womit es nun auch an der Zeit wäre, sich mit den musikalischen Strukturen und Prägungen von Scary Kids Scaring Kids auseinanderzusetzen. Frühe Emery, Underoath oder Thrice haben spürbaren Eindruck bei der jungen US-amerikanischen Band hinterlassen. Aber auch den düsteren Pathos und Stadionqualität wie My Chemical Romance und The Used finden sich in Songs wie `Faith In The Knife`. Ähnlich wie bereits das Debüt von Funeral For A Friend sorgte `The City Sleeps In Flames` für Rummel, ausverkaufte Touren - und eine VANS Warped Tour gaben dem Sound der `Kids` recht.
Maßgeblich für die Post-Hardcore-Band ist oftmal die Verbindung von metallischen Gitarrenstrukturen, Sreamo-Attacken, elektronischen Soundfärbungen und einer erhabenen Düsternis innerhalb der Texte von Tyson Stevens. Sprichwörtlich bei `The Only Medicine` nachzuhören: “Oh my god, there must be something. Something to take the pain away. So there`s just nothing you can give me. It´s probably better off that way.“ Schreit es und bricht tränenüberströmt mit verlaufenem Kajal-Stift zusammen. Aber so ernst nimmt die Band sich selbst nicht und das ist auch genau richtig so. Beispielsweise bei Video zu `My Darkest Hour` cruisen die Jungs so im Van durch ihren nächtlichen Neighborhood und spielen innerhalb des geschlosssen Wagens ein kleines Konzert, inklusive abschließendem Stage-Diving und Mosheinlage. Hat was von `Waynes World` und amüsiert ungemein, den jungen Herren beim abspacken zuzuschauen.
Warum allerdings hier in Deutschland nicht das aktuelle Album der Band
veröffentlicht wird, erschließt sich leider nicht. Zumal
es gerade in Zeiten von Myspace und rückläufigen Verkaufzahlen
im Tonträgerbereich noch weniger Sinn macht, alten Kram nochmals
zu veröffentlichen. Trotz allem ein wirklich gelungenes Debütalbum
und vor drei jahren hätte das Teil auch gute Chancen gehabt, in
der ersten Liga neben Silverstein am Start zu sein.
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