WER WAREN NOCHMAL DIE CAVALERAS?

 

Sepultura und Born From Pain live in Köln // 2. August 2007

 

Mal ehrlich: Die Luft scheint doch bei Sepultura raus zu sein, jetzt, wo noch Igor Cavalera ausgestiegen ist. Somit ist Bassist Paulo Xisto Pinto Jr. das einzig übriggebliebene Gründungsmitglied der einstigen Thrashmetal-Helden. Aber an diesem Abend zeigten Sepultura, dass sie auf die Cavaleras ruhig verzichten können.

Auch wenn es der Donnerstag vor dem Wacken war, durfte man erstaunt sein, wie wenig los war. Aber es zeichnete sich im Vorfeld schon ab, dass die Vorverkaufszahlen nicht stimmten und der Veranstalter über myspace.com Sonderaktionen via Bulletins anbot. Es nützte nix. Leer war's.

Das Hauptaugenmark an diesem Abend galt Born From Pain. Grund war, dass die Band einen neuen Frontmann hat. Überraschend kündigte Frontmann Che seinen Posten und wurde vorübergehend durch First Blood-Sänger Carl Schwartz ersetzt. Bei der kommenden „Hell On Earth“-Tour wird dann Scott Vogel (Terror) die Vocals übernehmen, bevor dann Kevin Otto (End of Days) am Mikro festes Mitglied bei BFP werden soll. Wie man es von BFP gewohnt ist, legten sie ein fettes Brett ab. Die Songs des aktuellen Album "War" lagen dabei im Fokus des Abends und brachten die Leute in der Halle in Stimmung. Dabei ging auch Carl Schwartz gut zur Sache, überließ die Ansagen jedoch Bassist Rob. Das Set verging ziemlich schnell, aber war doch besser als erwartet. Zwar vermisste man den alten Frontmann Che an einigen Stellen, aber Carl Schwartz machte seine gut.

Nun zu Speultura. Die hatten die Pflicht, alles zu geben. Immerhin Halle war die Halle letztendlich zur Hälfte gefüllt. "Chaos AD" gleich zu Beginn und Refuse/Resist dahinter. Was für ein Einstieg. Überraschend positiv wird dieser Auftakt aufgenommen und die Stimmung war gleich topp. Es folgte ein Abwechslungsreiches Set zwischen neuen und alten Songs. Sepultura überzeugten und ließen die Cavalera-Brüder mit "Arise", "Troops Of Doom" und "Sepulnation" in Vergessenheit geraten. Somit wurden jegliche Zweifel beiseite gelegt. Sepultura widerlegten an diesem Abend alle Skepsis, ohne die Cavalera-Geschister nur noch die Hälfte wert zu sein.
Der Zugabenteil begann mit "Kaiowas", bei der Gitarrist Andreas Kisser im neuen FC Köln-Trikot die Bühne betrat. Respekt! Zwei weitere Songs folgten, bevor Sepultura mit "Root Bloody Roots" das 80-minütige Set beendeten. Klasse.

 

Text: Markus Tils
Foto: Insane Promotion