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SONAH

 

KURZGESCHICHTEN

[REDFIELD RECORDS]

 

Wenn Muff Potter das singen, was man nachts unter der Bettdecke denkt (sagen Ghost Of Tom Joad), dann sind die „Kurzgeschichten“ von Sonah die vertonten Gedanken bei einer Zugfahrt: nicht so intensiv, springender und vor anderer Geräuschkulisse. Textlich bewegen sich die Marburger in der selben Liga wie Jupiter Jones, Kettcar oder eben Muff Potter, da aber eben „nur“ im gut gesicherten Mittelfeld. Für die Rückrunde – sprich ein zweites Album – haben sie aber gute Aussichten auf einen guten, einstelligen Tabellenplatz. Mit pubertärem Pickelgequetsche à la Madsen haben Sonah zum Glück nichts zu tun.

Neben ein paar holprigen Reimen rumpelt es auch musikalisch ein paar Mal – nicht, weil die Band es nicht draufhat, sondern weil sie einfach zu viel auf einmal will. Das Umschalten von Punkrock auf Emocore mit drei „hängenden“ Metalgitarren klappt nicht immer reibungslos, würden die Musiknetzers und Punkrockdellings feststellen. Da fehlt der Regisseur, der das Sonah-Spiel mit Kopf in geordnetere Bahnen lenkt. Unterm Strich muss man aber sagen: Das ist Nörgeln auf hohem Niveau. Sonah sind ja schließlich nicht Metallica. Oder um es direkt mit den Worten von Nicholas (Jupiter Jones) in der Sonah-Biografie zu sagen: „Alles zielt schön auf Herz und Hirn. Schönes Ding!“

 

 

Verfasser: Jens Becker

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