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ACTION SPEAKS LOUDER THAN WORDS
This Will Destroy You, Codes In The Clouds und Under Languid Lights live im Steinbruch, Duisburg // 24.04.2008
Was haben der leidige Shopping-Trip mit der Freundin und Postrock gemeinsam? Klappe halten und auf Schuhe gucken! Getreu dieser (zugegebenermaßen leicht idiotischen) Scherzfrage lud das texanische Instrumental-Quartett This Will Destroy You mit ihren Londoner Kollegen von Codes In The Clouds und den Kölnern Under Languid Lights zu einem Abend ohne nervige Refrains oder peinliche Ansagen in den Duisburger Steinbruch.
Eine beim Soundcheck zerschossene Box (machten da This Will Destroy
You schon vorab ihrem Namen alle Ehre?) führte dazu, dass die ersten
Soundteppiche des Abends beim Warten im Biergarten von der nahe gelegenen
A40 kamen. Einen recht harmlosen Auftritt lieferten zu Beginn Under
Languid Lights ab, deren instrumentale Songs zwar durchaus auffällige
Melodien zu einer recht monotonen Rhythmusfraktion beinhalten, aber
auf den finalen Donnerhall nach dem gemächlichen Songaufbau verzichteten.
Ganz anders hingegen Codes In The Clouds, die auf ihrer ersten Europatournee unterwegs waren und zweifelsohne bleibenden Eindruck hinterließen. Die beinah nicht vorhandene Beleuchtung erschwerte nicht nur den Fotografen die Arbeit, sondern verleitete die Band zu einem seltenen Gebrauch des vereinsamten Mikrofons auf der Bühne, um um mehr Licht zu bitten, da man sonst über irgendwas stolpern würde. Das blutjunge Quintett kreierte durch den Einsatz von zusätzlichen Schlaginstrumenten, einem ausgiebigen Bearbeiten der Effektgeräte, dem Zweckentfremden eines Drumsticks als Geigenbogen für die Gitarre sowie jeder Menge Spezialwerkzeug (phaserartiges Leuchtmoped, das Gitarrensaiten zum Schwingen bringt) ein mal klares, mal waberndes Soundkonstrukt, das die gut 100 Zuschauer in seinen Bann zog.
Zerbrechliche Melodien der bis zu drei Gitarren bauten die Songs zunächst auf, bevor sich die Spannung schon bald in einem Gewitter nach dem anderen entlud - Bass und Schlagzeug ballerten mit aller Kraft, verzerrte Gitarren knallten aus den Boxen und auch die Musiker selber ließen ihren Gefühlen freien Lauf, heizten sich gegenseitig an, verzogen die Gesichter zu Grimassen. Sichtlich beeindruckt von dem überschwänglichen Applaus verabschiedete sich die Band und hatte This Will Destroy You ohne viele Worte den Postrock-Fehdehandschuh hingeworfen.
Diese waren zum Duell bereit und präsentierten mit Laptop, einem
C64-ähnlichen-Kasten mit lustig blinkenden Lichten sowie dem für
eine Postrockband anscheinend unverzichtbaren Phaser-Moped ein beträchtliches
Waffenarsenal. Doch zogen This Will Destroy You an diesem Abend den
Kürzeren. So großartig und eindringlich die Songs des selbstbetitelten
2008er-Debüts und der Young Mountain-EP von 2006 über die
Anlage auch sind, geraten sie in der Livesituation teilweise zu langatmig.
Die Songs plätscherten des Öfteren erst über fünf
oder mehr Minuten dahin, wobei die Saitenfraktion sich in Blicken auf
ihre Tretminen verlor, um dann in einer zwar heftigen, aber zu kurzen
Explosion zu enden. Wortkarg präsentierte das Quartett eine gute
Stunde seines Materials, um mit einer brachialen Soundwand als Zugabe
einen lautstark gefeierten Schlusspunkt setzen.
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