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AUFTRITT DER KAROHEMDEN
Turbostaat und The Gaslight Anthem läuten im FZW den Herbst ein // 28.09.2007
Woran merkt man, dass der Herbst begonnen hat? Richtig, die Holzfällerhemden werden aus dem Schrank geholt. So geschehen beim Turbostaat-Tourauftakt im Dortmunder FZW. Karo-Shirts vor und auf der Bühne und nebenbei eine dreifache Dosis Punkrock.
Kind im Magen aus dem benachbarten Bochum eröffnen den Abend mit Melodycore und einem überdimensionalen Bandbanner, auf dem in breiten Lettern darauf hingewiesen wird, dass es sich bei der Darbietung um eine „sexypunkrockrevueshow“ handelt. Zwar springt der erotische Funke nicht unbedingt über, aber das Publikum bleibt in der Mehrzahl im Raum und spendet artig Beifall.
Hände in die Höhe, Zeigefinger ausgestreckt und den „Ohoho“-Chorus angestimmt. The Gaslight Anthem übernehmen das Kommando. Die Europatour hat ihre gesundheitlichen Spuren hinterlassen, das sympathische Quartett aus New Jersey gibt zwei Tage vor dem Rückflug in die Heimat trotzdem noch mal alles. Erfrischender Post-Hardcore auf den Spuren von Avail und Hot Water Music. Musik und Musiker verbreiten ein Gefühl von guter Laune, wie es nur wenige zu verstehen wissen.
Bleibt noch der Headliner des Tages. Turbostaat bestreiten in Dortmund ihre Tourpremiere und haben zunächst ebenso wie die Tanz- & Feierbereitschaft der Zuschauer etwas Anlaufschwierigkeiten. Es braucht drei, vier Songs, bis das Eis gebrochen ist. Bei „Harm Rochel“, dem Einstieg des aktuellen Albums „Vormann Leiss“ passiert es dann. Band und Besucher erreichen Betriebstemperatur. „Insel“ tritt den Beweis an, dass spezielle Lieder für die Bretter dieser Welt und nicht für das heimische Sofa geschrieben sind. Denn das flehende Ende „Husum verdammt noch mal!!!“ kommt erst im gemeinsamen Livechor so richtig zur Geltung.
Alles in allem ist die Setlist der Nordlichter sehr auf das neue Machwerk ausgelegt, so dass Freunde der „alten Zeiten“ hinterher den ein oder anderen Song vermissen werden. Klassiker à la „Drei Ecken – 1 Elvers“ und „Schwan“ fehlen jedoch eben so wenig wie „Blau an der Küste“. Bei dem kommt Sänger Jan zwar in der Strophe nicht über die ersten beiden Zeilen hinweg, sorgt aber damit insbesondere in Reihen seiner Mitstreiter für amüsierte Gesichter. Als er dann auch noch statt der zweiten Strophe direkt wieder in den Refrain einsteigt und alle weiterlache und –spielen, ist sich Jan sicher: „Wir haben hier heute einen Freifahrtschein.“ Bei „Frieda und die Bomben“ darf schließlich zum Abschluss noch jeder der will auf die Bühne und aus den Tiefen des FZWs ertönt lautstark das Fazit „Hurra! Hurra! Hurra!“
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