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THE WOMBATS
A GUIDE TO LOVE, LOSS AND DESPERATION
[RYKODISC/ROUGHTRADE]
„Punks, die Indiemusik machen“ könnte der erste Gedanke sein, wenn man die Wombats aus Liverpool auf der Bühne bestaunt. Drei zerzauste, äußerst amüsante junge Männer, die auch gerne mal ein Pärchen zum Walzertanzen heraufbitten. Dazu wird dann „Party In A Forest (Where’s Laura?)“ angestimmt und ein jubelndes Publikum swingt ergriffen mit. Spaß und gute Musik vereint das Trio auf seinem Debütalbum und schmeißt mit Hits wie „Moving To New York“ und „Kill The Director“ nur so um sich.
Man denkt dann an den Bibabutzelmann, wenn die Jungs so durcheinander wuseln. Dieses Album schließt man sofort in sein Herz und wundert sich selbst, wie man es je ohne die kleinen, australischen Säuger ausgehalten haben kann. Es wird über ätzende Schuluniformen gefrotzelt und irgendwie darf man noch mal richtig jung sein, wenn man den Worten der Wombats andächtig lauscht. Auch ihre Hausaufgaben in Musikgeschichte haben die Drei gemacht - und dann mit „Let’s Dance To Joy Division“ auch gleich noch einen der absoluten Lieblings-Mitgröl-Songs des letzten Jahres geschaffen. Bei Bands wie dieser hier kann man die britische Under-Age-Szene verstehen. Hier machen sich Teenager ihre eigene Musikszene und die Erwachsenen müssen draußen bleiben.
Das hat dann auch irgendwie was mit Anarchie zu tun, wenn die alten Säcke mal vor der Tür bleiben müssen und „Backfire At The Disco“ nur durch dicke Wände erahnen können! Und man kann jungen Menschen nur einen guten Musikgeschmack attestieren. Von wegen Tokio Hotel und La Fee - es geht eben doch auch anders. Die Briten machen es nämlich hier vor! Es orgelt, wummert und klimpert, wenn „A Guide To Love, Loss & Desperation“ einem in 45 Minuten kurzweilige Unterhaltung bietet. Da möchte man doch gleich „NOCHMAL“ brüllen und die Fahrt geht von vorne los. Wirklich schön, das!






