Brot und Salz

Brot & Salz Festival – Refugees Welcome

Machen. Für die eigene Meinung einstehen. Actions speak Louder than words. Dann gelingt etwas großartiges wie „Brot und Salz“, dem Benefiz-Festival zugunsten des Kölner Flüchtlingsrates.

Tigeryouth // Brot&Salz Festival, Foto: Kirsten Otto

Tigeryouth // Brot&Salz Festival, Foto: Kirsten Otto

GETADDICTED-Tausendsassa Daniel Rade aktiviert seine tausend Kontakte, um den Kölner Flüchtlingsrat in dessen wichtiger und richtiger Aufgabe finanziell zu unterstützen. Und ruckzuck bietet eine bunte Mischung aus Bands, Veranstaltern, Kulturschaffenden, Gastronomen, Vereinen, Unternehmen, Organisationen und einfach guten Leuten unbürokratisch Hilfe an, die GETADDICTED-Heimspiel-Arena namens ARTheater stellt die vier Wände: der Run auf die Karten für „Brot und Salz“ kann beginnen. Schon bald heißt es: Ausverkauft!

So ist das ARTheater bereits zum frühnachmittäglichen Beginn von Tigeryouth reichlich gefüllt. Tilman freut sich über die herzliche Ansage von „Brot und Salz“-Moderator & ARTheater Co-Chef Stefan Bohne, und hat nach längerer Konzertpause so richtig Bock, seine Songs dem Publikum entgegenzubrüllen. Seine auf den Punkt gebrachte Meinung: „Egal, was passiert: Wir werden immer lauter sein! Refugees welcome!“

Für die leider im Fieberwahn deliranten Adam Angst springen bei „Brot und Salz“ spontan zwei andere As ein: Astairre & Abramowicz. Gitarrenwand trifft auf whiskeygetränkten Americana. Beide Bands viel mehr als nur irgendwelche Ersatzacts um die Zeit zu füllen, legen sich beide Bands ins Zeug und werden nicht müde zu betonen, wie stolz sie und wichtig es ihnen ist, bei Brot und Salz dabei zu sein. Fäuste hoch, Haltung zeigen! Das Tempo hoch halten Illegale Farben bei ihrem Kölner Heimspiel und machen sich sichtbar neue Freunde an dem Abend. Der Laden füllt sich im Laufe der Show immer mehr.

Stefan Bohne findet redet in den Umbaupausen gegen den strunzdummen, ignoranten Teil der deutschen Gesellschaft an, für den man sich einfach nur schämen kann. Doch appellieren an die richtige Haltung muss man im ARTheater eigentlich gar nicht: die Anwesenden sind eh auf der richtigen Seite. Das sieht auch Love A-Jörkk so: „Ihr seid nicht geil, weil ihr klatscht, sondern weil ihr die Sache hier unterstützt.“ Ansonsten gibt es im mittlerweile pickepackevollen ARTheater den tanzbarsten Zynismus Deutschlands. Love A halt!

City Light Thief // Brot&Salz Festival, Foto: Kirsten Otto

City Light Thief // Brot&Salz Festival, Foto: Kirsten Otto

Und welche Band hat sich zu einer der anspruchvollsten Post-Hardcore-Bands Deutschlands gemausert? Richtig, City Light Thief! Schon krass, wie die Band komplizierte und alles andere als 08/15-Parts auch live präzise um die Ohren ballert. Dazu schreit sich Sänger Benni mit seinen Mitstreitern teils 4-stimmig die Lunge aus dem Leib, ohne jemals in Gefahr zu geraten, die Lieder kaputtzubrüllen.

Den Abschluss des Abends übernehmen KMPFSPRT, die ihre Haltung offen wie kaum eine andere Band zeigen: Mit Pro-Asyl haben sie ein „Refugees Welcome“-Shirt rausgebracht, in „Musikdienstverweigerer“ spucken sie auch dem rechtsoffenen Volk ihre Abneigung entgegen. Nach wenigen Minuten sind vor und auf der Bühne alle klatschnass geschwitzt, alte Hits wie „Affengeld“ reihen sich an neue, noch unveröffentlichte Songs.

Nach einem langen Tag sollte bei allen Anwesenden mehr als nur ein Fiepen im Ohr hängen geblieben sein. Brot und Salz sollte und, wenn man Daniel Rades Tatendrang kennt, wird eine Fortsetzung finden. Sobald es konkrete Planungen gibt: Ihr erfahrt sie hier…

Milliarden Dank für das Gelingen von Brot und Salz geht hiermit an:

KMPFSPRT // Brot&Salz Festival, Foto: Kirsten Otto

KMPFSPRT // Brot&Salz Festival, Foto: Kirsten Otto

Kim Schreiner, ADAM ANGST,Bonoer, Sisters of Merchi, KMPFSPRT, Nils Vom Lande, Bündnis90/Die Grünen, ÖKOFONDS NRW, Intro Magazin, Illegale Farben, Professor Dr. Aladin El-Mafalaani, tigeryouth, City Light Thief, Love A, Prime Entertainment, Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG, Café Rotkehlchen, die wohngemeinschaft, Supersteini Musikmarketing, Monika Steinkötter,Johannes Kordes, Marvelous Marv, Svenja Read, StadtRevue, FUZE Magazine, Koelner.de | Kölner Illustrierte, Underdog Recordstore, VISIONS Magazin, Pressure & Ink Screenprinting, beckers bester, Black Veg, Grand Hotel van Cleef, Audiolith Records, Kreativrudel, Real Coconut Water Europe, Made In Corporation GmbH, Kreativrudel, C&C Drums Europe, Lo-Fi Merchandise, AKTIV – Getränkelogistik und Getränkegastronomie AG, Red Bull, CST Cologen Sound Technologies, Kotti Pistol, Janek Bollmann, Artheater-Theken-Team, Dennis Schumacher, Valeska Kröll, Bine Harm, Dickus Dankert, Christoph Jansen, Tina He, Regina Karcher, Casi, Knaubi, Tina, Michi

Text: Henning Haake

Fotos: Kirsten Otto