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Caligola live in Köln 2012

Die Jungs von Mando Diao einmal von Nahem sehen – das war wohl der Plan der meisten Besucher(innen) beim Caligola Konzert im Gloria Theater in Köln. Mit dem Sehen sollte es allerdings zumindest für den Großteil des Publikums nichts werden, da sich Björn & Gustaf mit Caligola bewusst in Dunkelheit hüllen.

Caligola live im Gloria Theater, Köln // 27.03.2012

Aber von vorn: Hierbei handelt es sich um ein Projekt von Björn Dixgård und Gustaf Norén, das sie zusammen mit Salla und Masse Salazar sowie Oskar Bonde von Johnossi und der Sängerin Agnes Carlsson ins Leben gerufen haben. Sie verstehen sich nicht als Band, sondern als Künstler-Netzwerk, das mit verschiedenen Ausdrucksformen experimentiert. Dabei mischen sie Rock mit Soul, Hip Hop und Elektro-Beats, und wollen Kunst schaffen. Da diese ja bekanntlich nicht nur im Musikalischen, sondern auch in der Darbietung liegt, betreten die Herren (begleitet von ein paar Tänzerinnen) mit schwarzen, bodenlangen Roben bekleidet um 20:50 Uhr die Bühne. Eine Vorband gab es nicht, umso mehr freut sich das Publikum nach knapp 45 Minuten Wartezeit auf ihre Helden.

Dass die Wartezeit leider auch die Zeit des Auftritts spiegeln soll, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Und so fiebert das Publikum beim Opener „Back To Earth“ noch begeistert mit. Eine wirklich ausgelassene Stimmung wird hier zu keinem Zeitpunkt erreicht, einzig die Single und das letzte offizielle Lied des Abends „Forgive/Forget“ schaffen es, das gesamte Publikum mitzureißen und zum Tanzen zu bewegen.  Die „Zugabe“ lässt nicht lange auf sich warten, denn kurz nachdem Rapper Natty Silver „Ladies, Do You Want More“ in sein Mikro haucht und ihm das Publikum -egal ob männlich oder weiblich-entgegenjubelt, erscheinen die Herren mitsamt Champagnerflaschen erneut auf der Bühne, um diese über den ersten Reihen auszuleeren. Das darauf folgende „My Sister Rising“ markiert das Ende ihres Sets, die Protagonisten verlassen ohne ein weiteres Wort die Bühne und hinterlassen ein verdutztes Publikum.

Ungläubig verharren die Besucher noch knappe 10 Minuten in der Halle und starten schließlich ein eigenes Konzert aus Buh-Rufen, als klar wird, dass auf der Bühne nichts mehr passieren wird.

Es Werde Dunkel

Neue künstlerische Formen zu entdecken war das Ziel. Ob man dabei allerdings seinem Publikum komplett vor den Kopf stoßen sollte, ist fragwürdig. Der größte Wermutstropfen dabei: Die Musik ist Live sogar wirklich gut – um nicht zu sagen großartig, und ist es nicht das, worum es hier eigentlich gehen sollte? Die Kutten, die laut Gustaf die Aufhebung von Unterschieden symbolisieren sollen, damit man sich auf die Musik konzentriert, erfüllen ihren Zweck leider kaum, vor allem da nur die beiden Stars des Abends ihre Kapuzen lichten, und in Gustafs Fall unter der Kutte den nackten Oberkörper präsentieren. Ob Kunst oder Gimmick muss jeder für sich selbst entscheiden, die erbosten Facebook-Kommentare die es allerdings seit dem Auftritt für die Künstler hagelt, sprechen zumindest im Bezug auf die Dauer des Konzerts eine eindeutige Sprache. Schade eigentlich.

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