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Captain Planet live in Dortmund

Nach dem krankheitsbedingten Ausfall Mitte Dezember bekommt jetzt auch Dortmund Captain Planet live. Die zeigen sich politisch und Kassierer-affin.

Welchen Weichspüler benutzt Arne von Twistern? 22 Jahre nach der „Stranger Than Fiction“-Europatour von Bad Religion steht der Captain Planet-Sänger im gut gepflegten Vintage-Longsleeve der Punkrock-Veteranen auf der kleinen Bühne des Dortmunder FZW. Etwas später als geplant, doch der angesetzte Termin Mitte Dezember musste krankheitsbedingt abgesagt werden. „Danke, dass ihr heute hier seid. Glaubt uns, dass wäre nicht geil geworden“, entschuldigt sich das Planeten-Quintett nachträglich.

Zu diesem Zeitpunkt sind bereits drei Songs gespielt und das Eis den Abends noch nicht gebrochen. Auf und vor der Bühne geht es überschaubar gediegen zu. Erst „Vom Ende an“ vom neuen Album „Ein Ende“ bringt relevantes Leben in die rund 250-köpfige Anwesenheitsliste. Die folgenden „Walbaby“ und „Auftauchen, um Luft zu holen“ halten die Stimmung stabil. Für Überraschung sorgt die ungewohnt politische Ansage von Arne vor „Spielplatz“, dass es eine gute Sache, sich hier zu treffen und nicht mit den Nazis auf der Südtribüne zu stehen. Aufgrund des darauf folgenden Rumoren im Saal, schiebt er zur Sicherheit hinterher, dass die Süd natürlich nicht nur voller Nazis sei. Nochmal eben so gerettet. Und weiter im Songtext. „Viva Allein!“

Pöbeln auf Kommando

Schließlich ist es Gitarrist Benni, der betont, es gäbe ja nichts nervigeres auf der Bühne, als Bands, die zwischen der Titel zu viel labern. Die damit natürlich heraufbeschworenden Beschimpfungen aus dem Publikum nimmt er lachend entgegen. Es folgt mit „Land unter“ einer der absoluten Übersongs der Band. Gegen Ende des knapp einstündigen Sets droht dann allen im FZW etwas die Luft auszugehen, ehe mit der CP-DNA „Baumhaus“ der Abend einen respektablen Abschluss erfährt.
Für ihre noch unbestimmte Rückkehr in den Pott wünscht sich Benni übrigens einen Auftritt auf großer Bühne: „Als wir das letzte Mal hier waren, hing im Klo ein Plakat von den Kassierern und Eisenpimmel. Haben die im großen Saal gespielt? Echt!?! Dann wollen wir das nächste Mal da mit den Kassieren spielen!“ Ein mächtiges Vorhaben. Was Wölfi wohl dazu sagt? Und warum nicht gleich noch Bad Religion einladen? Stranger than fiction und noch lange nicht weichgespielt…

Foto: Robin Aust