Frank Turner in München, Foto: Lutz Wearephotographers

Frank Turner beim Tollwood Festival in München 2016

Der Auftritt beim Münchner Tollwood-Festival war die zehnte Show von Frank Turner in München, die 1918. insgesamt. Seit Beginn seiner Karriere spielte er ungefähr 175 Konzerte im Jahr – und das merkt man im besten Sinne.

Musik-Arena, München // 30.06.2016

Frank Turner weiß, wie er mit Menschen umzugehen hat – vor allem, wenn es wie das Münchener Publikum ein bisschen träge daher kommt und erst noch überzeugt werden möchte. Die ersten Songs spielte er in einem Rutsch durch: nach dem Opener „I Still Believe“ auch gleich Klassiker wie „Try This At Home“, „Recovery“ oder „The Road“. Der Effekt: Das Publikum taut auf und verwandelt sich in einen schwitzenden Mob.

Neben den Hits griff Frank Turner aber auch in die Raritätenkiste. Er spielte das raumhafte „Journey of the Magi“ oder mit „Eva Mae“ ein Lied, das er für sein Patenkind geschrieben hat. Neben dem eindringlichen „I am Disappeared“ sorgt auch „Long live the Queen“ für Gänsehaut, ein Lied, das Turner für eine zu früh verstorbene Jugendfreundin geschrieben hat und das trotz all der Schwere eine absolute Ode ans Leben ist. Shows von Frank Turner And The Sleeping Souls sind eben auch unbändige und vor allem ansteckende Lebensfreude.

Und auch nach fast 2000 Konzerten merkt man Frank Turner jederzeit die grenzenlose Hingabe an seinen Job an – er lebt jede der so persönlichen Zeile leidenschaftlich auf der Bühne aus. Und auch trotz der Größe des Ladens fühlt es sich fast intim an, weil man mit ihm leidet und seine Gedanken versteht. Und da ist es dann auch nur passend, dass es statt einer Wall Of Death eine Wall Of Hugs gibt.

Egal in welches Besuchergesicht man an diesem Abend auch schaute: Überall hatte sich im Laufe des Konzertes ein verzückt-seliges Grinsen festgesetzt, das immer breiter wurde und auch nach der der Show noch in die Gesichter gemeißelt blieb. Nach zwei Stunden verbleibt dann eigentlich nur noch die einzige Frage: Wann kommen sie wieder nach München? Und vor allem: Hoffentlich schaffen sie es noch vor dem 2000. Konzert!

Text: Carola Schulz

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