Like Torches

Interview mit Like Torches

Läuft: Ihr Debütalbum „Keep Your Head High“ wurde von den Yellowcard-Sänger Ryan Key und deren Gitarristen Ryan Mendez produziert. Wir trafen Like Torches auf ihrer Headline-Tour im Kölner MTC.

GETADDICTED: Wie hat sich euer Sound verändert seit sich euer Bandname geändert hat?
Jonathan: Ich denke er ist erwachsener geworden.
Daniel: Das war hauptsächlich, weil das letzte Album sehr schnell geschrieben wurde und Jonathan und unser alter Gitarrist gar nicht in den Entstehungsprozess involviert waren. Mit dem neuen Namen haben wir alles geändert und jeder ist involviert. Das hat den Unterschied ausgemacht und einen neuen Sound für unsere „neue“ Band kreiert.

GETADDICTED: In welcher Situation musstet ihr eure Köpfe hoch halten (also „Keep Your Head High“)?
Jonathan: Definitiv in unserer Karriere.
Daniel: Im Musikbusiness versuchen so viele Leute, dich klein zu halten. Man muss einfach weitermachen und den Kopf oben halten. Wenn du liebst, was du tust, wird es funktioniert, aber wenn du zulässt, dass die anderen Leute dich fertig machen, wird es nicht funktionieren. Also lasst euch nicht von anderen Leuten erzählen, was ihr könnt und was nicht. Es ist ein Kampf, aber man darf nicht aufgeben.

GETADDICTED: Ist es schwierig, eure persönlichen Songs und Erfahrungen mit der Welt zu teilen?
Daniel: Natürlich lesen und kennen die Leute die Songs, aber ich denke nicht, dass…
Jonathan: … sie verstehen, dass es in Wirklichkeit um sie geht? (lacht)
Daniel: Sie verstehen, worum es eigentlich geht. Es kann um so viele Dinge gehen. Ich habe es schon oft erlebt, dass Leute zu mir kommen und sagen, dass der Song ihnen viel bedeutet und sie den Text sehr passend finden für diese oder jene Situation, obwohl ich eigentlich über was total anderes geschrieben habe. Aber das ist wirklich cool. Jeder schafft seine eigene Bedeutung. Darum geht es in der Musik. Es könnte zwar etwas Persönliches von einem von uns sein, aber es ist nicht so schlimm, es offen zu legen, weil es nicht eindeutig ist.

GETADDICTED: Wo habt ihr Yellowcard kennen gelernt und warum haben sie gerade euch ausgesucht, um mit ihnen zu arbeiten?
Jonathan: Auf unserem letzten Album wollten wir gerne einen Song mit jemand anderem schreiben und unser Manager fragte uns, mit wem wir gerne arbeiten würden. Wir sagten ihm ein paar Namen und Ryan Key sah unsere E-Mail und war sofort an Bord.
Daniel: Ich glaube Ryan Key war sogar der Erste, bei dem wir es versucht hatten.
Jonathan: Ja, es war wirklich ein Zufall. Er sah die Mail und hat gesehen, dass wir aus Schweden sind und er mag Schweden. Für ihn war es also ein toller Urlaub. Als er dann kam und gehört hat, an was wir arbeiten, schrieben wir „Missing It All“ zusammen. Anschließend war er richtig im Projekt drin und wirklich euphorisch. Er hörte unsere anderen Demos und meinte, dass sie großartig wären. Er lud uns nach LA ein, um mit ihm als Produzent das Album aufzunehmen. Es war unglaublich.
Daniel: Dort hingen wir dann einige Tage mit ihm ab und fanden zueinander. Er ist eine super nette Person und wir wurden gute Freunde. Wir hatten einfach Glück.
Jonathan: Wir nahmen also das Album mit ihm und Ryan Mendez innerhalb eines Monats auf und wurden noch bessere Freunde. Als sie dann auf Europa-Tour gingen, machte es einfach Sinn, uns mitzunehmen, weil sie mit uns rumhängen wollten.

GETADDICTED: Wie hat sich eure Freundschaft verändert, seit ihr in dieser Band seid? Denn es gibt sicher einen Unterschied zwischen „abhängen“ und „auf Tour aufeinander hocken“.
Zakarias: Letzte Woche haben wir alle geheiratet.
Jonathan: Wir sind alle sehr gute Freunde geworden.
Zakarias: Nur so kann man in einer Band überleben. Wenn wir keine guten Freunde wären, würde das nicht funktionieren.
Daniel: Viele Bands haben Probleme damit, auf Tour den ganzen Tag aufeinander zu hocken. Natürlich haben wir uns auch schon mal so gefühlt, dass wir eine Pause brauchen und weg wollen, aber wir haben daraus gelernt und wissen jetzt, wenn jemand alleine sein will. Diese Tour war bisher super easy. Sie hat zwar gerade erst begonnen, aber ich denke nicht, dass wir Probleme haben werden. Wir kennen uns mittlerweile so gut, dass wir jede Situation richtig einschätzen können.
Zakarias: Wie schon gesagt sind wir sehr gute Freunde und wir wollen ja miteinander rumhängen.
Jonathan: Ja, wenn wir nicht in dieser Band wären, würden wir das wahrscheinlich sowieso tun.
Emil: Ich wollte auf dieser Tour noch keine einzige Sekunde alleine sein. Das ist meine erste Tour und jede Sekunde mit diesen Typen ist großartig!

GETADDICTED: Wonach seid ihr süchtig?
Daniel: Zucker!
Zakarias: Drogen! (lacht) Pepsi Max. Diät Cola.
Daniel: Ich liebe Zucker. Ich glaube, ich müsste eigentlich fett sein, aber ich glaube es dauert noch eine Weile. Ich werde bald eine dicke, fette Person werden.
Jonathan: Ich gebe dir fünf Jahre. Mindestens.
Daniel: Also ich glaub ich müsste wirklich mehr wiegen.
Jonathan: Ach quatsch, du trainierst doch die ganze Zeit. Danach bist du süchtig.
Daniel: Ja, aber wenn ich jemals damit aufhöre, werde ich super fett.
Emil: Ich war nicht einmal im Fitness-Studio dieses Jahr, aber alles was ich esse, ist Junk Food und Süßigkeiten. Ich kann einfach nicht zunehmen.
Zakarias: Aber du isst ja auch nichts. Du isst eine Süßigkeit. Wonach bist du denn süchtig, Jonathan?
Emil: Penis.
Zakarias: Musik? (lacht)
Jonathan: Ich weiß es nicht. Nach allem worüber wir geredet haben.
Zakarias: Allem. Also Süßigkeiten und Diät-Cola.
Daniel: Na das passt ja super zusammen.
Jonathan: Lass mich überlegen… Was noch?!
Zakarias: Was brauchst du? Worauf kannst du nicht verzichten?
Jonathan: Wieso setzt du mich so unter Druck?
Zakarias: Los jetzt!
Daniel: Unser Drummer ist verrückt nach Schnupftabak. Er nimmt das die ganze Zeit. Jeden Tag. Und er liebt es.
Jonathan: Wenn man ihn sieht, denkt man er wurde verprügelt, aber wurde er nicht.
Zakarias: Nein, seine Lippe ist so dick, weil er so viel schnupft.
Daniel: Er kann wirklich nicht ohne und er ist wahrscheinlich der Einzige, der wirklich nach etwas süchtig ist. Ich meine wir alle sind irgendwie nach etwas süchtig, aber niemand von uns raucht und nur wenige trinken.
Emil: Ich trinke auch nur noch auf Tour. Ich trinke nicht mehr zu Hause.
GETADDICTED: Alleine zu Hause zu trinken, wäre auch sehr traurig.
Jonathan: Er ist niemals allein.
GETADDICTED: Weil ihr jetzt alle verheiratet seid?
Jonathan: Exakt.